Das zweite Saisonrennen der Saison 2013 ist vorbei und in den Teams Red Bull und Mercedes brodelt es. Vor allem bei Red Bull eröffnet ausgerechnet ein Fahrer die Baustelle, die er nicht benötigen würde.

Sebastian Vettel hat sich den Sieg beim Großen Preis von Malaysia heute auf Kosten einer „guten“ Kooperation mit seinem Teamkollegen Mark Webber erfahren. Der Australier war nach dem Rennen sichtlich „not amused“ über das Überholmanöver von seinem Teamkollegen. Im Vorraum zur Siegerehrung benötigte es einige Momente, ehe Webber seinem Teamkollegen Vettel anschauen mochte. Bei den anschließenden Interviews auf dem Podium machte Webber klar, was er von dem Move hielt. Gar nichts. Nach den letzten Boxenstopps kam die Ansage, dass man die Plätze 1 und 2 halten soll. Zu diesem Zeitpunkt lag der Australier vor dem Deutschen.

Im Rennen hat sich Vettel bereits im Teamradio mit den Worten „Mark is too slow, get him out oft the way“. Man sagte Webber daraufhin wohl, dass er doch etwas schneller fahren sollte. Das war aber noch vor der letzten Serie an Stopps. Vettel kam nicht dazu, Webber aus eigener Kraft zu überholen.

Es ist einerseits ein schönes Zeichen, dass Vettel sich nicht immer durch die Box lenken lässt. Doch ob ihm das innerhalb des Teams etwas gebracht hat? Die Blicke von Christian Horner als Webber interviewt wurde auf dem Podium sagten vieles aus. In den nächsten Wochen heißt es Krisenmanagement bei Red Bull Racing.

Wer mit einem Nachspiel für Vettel innerhalb des Teams rechnet, wird vermutlich hart enttäuscht. Die Teamrollen sind seit Jahren vergeben. Gewisse Personen möchte Vettel an der Spitze sehen und daher wird es öffentlich einige „harte“ Worte geben, die hinter den Kulissen aber wenig bis null Stellenwert haben werden. Der Australier wird sich damit abfinden müssen.

Aber nicht nur Vettel und Red Bull sorgten für Unstimmigkeiten. Ross Brawn gab ebenfalls Teamorder Anweisungen in Richtung Nico Rosberg. Rosberg war im letzten Stint deutlich schneller als Lewis Hamilton, der von der Box gesagt bekam, er müsse Sprit sparen. Das ist natürlich für Hamilton unglücklich, wenn der Sprit zu knapp kalkuliert wurde.

Rosberg brauchte nichts zu sparen und konnte natürlich eine etwas andere Pace gehen als der Engländer. Einerseits ist es schlecht, Hamilton wegen einer falschen Teamentscheidung bluten zu lassen. Selbstredend ist es auch Rosberg unfair gegenüber, ihn wegen der Spritproblematik bei seinem Teamkollegen zurück zuhalten.

Natürlich will das Team die Punkte retten und wenn beide sich bei einem eventuellem Überholversuch raustorpedieren ist niemandem geholfen. Im Vergleich zu Vettel agierte Rosberg aber Teamfunktional und nahm die Position hinter Hamilton treu ein. Der Teamchef Ross Brawn hatte das Zepter in der Hand und dagegen wollte Rosberg nicht angehen. Man darf gespannt sein, ob das bereits der Ruf zur Nummer 2 teamintern war oder ob Rosberg und Hamilton irgendwann ein ähnliche Situation in umgedrehter Reihenfolge erhalten.

Das bereits nach dem 2. Rennen so viel Wirbel um getroffene Teamentscheidungen entstehen, kann vor allem für die betreffenden Teams. Immerhin hat bei Red Bull Christian Horner bestätigt, dass die Ansage an beide Fahrer ging und bei Mercedes hat Niki Lauda die Entscheidung kritisiert.

Wir schreiben den 5. Spieltag der UEFA Champions League und in der Gruppe E kam es zum Aufeinandertreffen von FC Nordsjaelland gegen Shakhtar Donetsk.

Eigentlich eine Partie, der man wenig abverlangen kann. Zumindest ging es mir so als neutraler Zuschauer. Doch in der 26. Spielminute wurde das Spiel auf einmal Mittelpunkt des Abends. Nach einem Schiedsrichterball spielte Shakhtars Willian den Spielball ganz fair zum Gegner zurück. Doch sein Mitspieler Luiz Adriano scherte sich nicht wirklich um Fair Play und lief dem Ball hinter her um ihn anschließend ins Tor zu schießen.

Was für eine Kuriose und absolut unfaire Szene. Während ein Teil der Spieler von Donetsk anschließend die Dänen durch laufen lassen wollte nach dem Anstoß, stifte Adriano seine Mitspieler, weshalb sie den nicht verteidigen. Und Taras Stepanenko hörte auf den Brasilianer und ging dazwischen.

Meine Güte. Da hilft ein Slogan wie „My Game is Fair Play“ dann auch nicht. Wenn ein Spieler auf diese Art und Weise auf Fair Play verzichtet, dann sind andere Mittel gefordert.

Doch wie will man das bitte bestrafen? Ich sehe nicht, was die UEFA machen kann oder könnte. Kann man einen Spieler nachträglich sperren? Wegen unsportlichen Verhaltens obwohl der Schiedsrichter Gautier die Szene ja bereits bewertet hat und nicht eingeschritten ist? Überhaupt. Was hätte Gautier machen können? Eigentlich auch nichts.

Trotzdem muss die UEFA irgendwie reagieren. Und Donetsk ist eigentlich auch gefordert. Als „The Other Chelsea“ wird Donetsk bereits tituliert. Jetzt ist man an einem Punkt angekommen, da ist nicht nur viel Geld vorhanden, sondern auch ganz viel Antipathie durch diese Szene von Luiz Adriano.

Ob da was kommt? Ich vermute nicht. Wie auch? In welche Gerichtsbarkeit soll hier etwas fallen? In keine. Würde ich sagen. Die Szene wurde bewertet. Einziges Mittel wäre Luiz Adriano zu rügen.

Dann warten wir mal ab und hoffen, dass Luiz Adriano sich ändern wird.

„Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, schallt es zu den DFB Pokal-Runden immer wieder durch die Landschaft. Die kleinen haben die Möglichkeit gegen die Großen anzutreten, diese sogar zu ärgern. Dem TSV Havelse ist dies in der 1. Runde gelungen. Der Regionalligist schlug den Bundesligist 1. FC Nürnberg.

Der kleine Stadtteil des Ortes Garbsen in der Region Hannover hat ca. 5.500 Einwohner, ein Stadion mit einer Kapazität von 3.500 Zuschauern. Alles in allem sehr beschaulich für eine zweite Runde im DFB Pokal. Doch der Verein musste für das Spiel gegen den VfL Bochum in der zweiten Runde einiges aufwenden. Die einfache Flutlichtanlage in Havelse reichte nicht aus, um die Partie ordnungsgemäß nach den Statuten des DFB auszuleuchten.

Mit viel Arbeit haben Verein und Stadt es aber hinbekommen, das Spiel im heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion abhalten zu dürfen. Die Lösung für das Lichtproblem waren mobile Flutlichtmasten. Darf man das noch Masten nennen? Genau genommen waren es 4 40-Tonner, die ums Stadion parkten und das Flutlicht über das Spielfeld brachten.

Das war schon ein kurisoser Anblick. Das mobile Flutlicht leuchtete bereits Kilometer weit entfernt einem entgegen. Der halbe Ort wurde Aufgrund der 40-Tonner abgeschottet, so das ich auf dem Weg zur Parkplatz suche bereits durch die Feldmark gondeln durfte. Ist halt kein Elitestadion mit angrenzendem Parkhaus und extra ausgebauter Infrastruktur.

Nach erfolgreicher Parkplatzsuche ging es dann ins Stadion. Dort erwartete mich gleich die nächste Kuriosität. Jeder kennt die üblichen Terminals, die beim Einlass die Karte scannen. In Havelse gab es sowas natürlich nicht. Also musste man Leute abstellen, die nicht das Ticket kontrolliert haben, sondern mit ihrem Smartphone via App den aufgedruckten Barcode einscannten und schauten, ob der Code gültig sei. Sehr goldig und vermutlich werde ich das nicht so oft miterleben.

Das ich dann nicht kontrolliert worden bin, sprich abgetastet, ist eine andere Geschichte. Vermutlich sehe ich eh zu harmlos aus. Ich stand auf der Gegengeraden, zusammen mit den „Hardcore“-Fans des TSV von 1912. Die Gegengerade wird einem, also zumindest geht es mir so, lange in Erinnerung bleiben. Blechwand und Blechdecke. Macht natürlich gut Krawall, wenn ein Dutzend Leute dort gegen boxt.

Zu Beginn des Spieles gefielen einem sogar die VfL Fans. Unter der Woche sind doch etliche mitgereist. Dazu Fahnen- und Schalchoreo. Das war hübsch, in anbetracht der aktuellen sportliche Lage der Bochumer. Leider konnten die Bochumer ihren anständigen Eindruck nicht aufrecht erhalten und so wurden bengalische Feuer gezündelt und auch auf den Platz geworfen. Vor allem nach dem 2-1 Führungstreffer der Bochumer unergründlich für mich, da vor deren Kurve sich die Reservisten des VfL aufwärmten. Ohne Rücksicht solch eine Fackel werfen, ist alles andere als schön.

Das Spiel selber war ansehnlich. Die Gastgeber das bessere Team und so entstand nie wirklich ein Eindruck von Regionalligist gegen Zweitligist. Einzig die Chancenauswertung würde diesen Unterschied signalisieren. Da war Bochum halt Profimäßig unterwegs.

Ein Sieg der Havelser wäre nicht unverdient gewesen. Aber nun gut. Viele hielten die zweite Runde schon für einen Pokalsieg und das hat man dem Team angemerkt. Sie haben aufopferungsvoll und mit viel kampfeswille agiert. Schade, aber spaßig war es und irgendwie wünsche ich mir für kommende Saison wieder einen Auftritt von Havelse im Pokal.

»Wir kommen hierher als Aufsteiger gegen den Vorjahres-Vierten, und die spielen im eigenen Stadion mit zehn Mann hinten drin. Ich weiß zwar schon, dass es momentan schwierig ist, weil sie im Prinzip zu wenig Punkte geholt haben, was keine einfache Situation ist. Aber dass man in der Art und Weise spielt, kann ich nicht ganz nachvollziehen.«

Armin Veh, Trainer des Aufsteigers Eintracht Frankfurt

Der Trainer der Eintracht aus Frankfurt war nicht besonders glücklich über die Gladbacher Fohlenelf die nach dem 2:0 im heimischen Stadion defensivorientiert agierten.

»Ich kann gewisse Dinge nicht akzeptieren, wenn der Trainer wie der letzte Depp dargestellt wird, als hätte er gar keine Ahnung. Muss man hier ganz klar sagen. Mich wundert es nicht, weil die Zuschauer dazu aufgewiegelt worden sind in den letzten Wochen immer wieder.«

Bruno Labbadia, wortgewaltiger Trainer des VfB Stuttgart

Labbadia wechselte im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen in der 77. Minuten Rafael Holzhauser aus. Holzhauser wurde mit Beifall vom Publikum verabschiedet, dazu gesellten sich “Bruno raus”-Rufe.

Um 00:13 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit lochte Martin Kaymer zum Sieg gegen Steve Stricker und sicherte damit dem Team Europe die Titelverteidigung.

Im Medinah Country Club in Chicago, Illinois auf dem „Course 3“ konnte man gestern mehr als nur Bauklötze staunen. Nach dem die Europäer um Team-Captain José Maria Olazábal nach den ersten beiden Tagen mit 6-10 gegen die favorisierten Amerikaner zurück lagen, glaubten nur noch die wenigsten an das Wunder.

Der Rückstand von 8 Punkten auf die Titelverteidigung schien zu groß. Dazu spielten die Amerikaner am Freitag und Samstag in den Foursomes und Fourballs einfach zu gut auf. Aus europäischer Sicht musste man mit dem „nur“ 6-10 eigentlich erfreut sein. Es hätte noch finsterer vor den entscheidenden Einzeln aussehen können.

Sergio Garcia und Luke Donald sicherten gegen Steve Stricker und Tiger Woods im vorletzten Fourball den 5. Punkt, nach dem ausgerechnet der Tiger auf den Back 9 immer stärker wurde und den deutlichen Vorsprung von zwischenzeitlich 4 Up für Donald/Garcia abknabberte. Den 6. Punkte holte Ian Poulter gegen die sehr starken Jason Dufner und Zach Johnson. Mit fünf Birdies auf den letzten fünf Löchern zeigte Poulter, warum er eine Wildcard erhielt. Auch wenn viele Rory McIlroy in diesem Fourball vergessen, trug er auf der 13. Mit seinem Birdie zur Verkürzung des Rückstandes bei und schaffte damit für das Tandem Poulter/McIlroy sogar den 1. von 6. folgenden Birdies auf den letzten 6 Löchern.

Ohne Zweifel hätte es auch schlimmer kommen können für das Team von Olazábal. Trotzdem stand die Hürde offen auf dem Zettel: 8 von 12 Einzel mussten gewonnen werden am abschließenden Sonntag.

Sonntag: Die Einzel

Olazábal entschied sich zusammen mit seinen vier Vize-Kapitänen Darren Clarke, Thomas Bjorn, Paul McGinley und Miguel Ángel Jiménez für „offensivste“ Variante. Gleich zu Beginn der Einzel die Formbesten aufbieten um das amerikanische Publikum leiser zu machen und, nicht zu verschweigen, darauf zu hoffen, dass die nachfolgenden den Groove der ersten mitnehmen können.

Davis Love III und seine Vize-Kapitäne ahnten eine derartige Strategie vom Team Europe und versuchten zu kontern. Setzen die am Wochenende starken Watson, Simpson, Bradley, Mickelson nach vorne. So ergaben sich direkt zu Beginn wahre Leckerbissen.

Luke Donald im ersten Match brachte dann bereits das Momentum auf die blaue Seite. Das der Engländer am Ende nur mit 2&1 gewonnen hat, verdankt Watson der Nachlässigkeit Donalds der es nicht schaffte frühzeitig seine hohe Führung zu sichern. Derweil war es ausgerechnet Paul Lawrie, der am Freitag mit Peter Hanson gegen Bubba Watson/Webb Simpson mit 5&4 baden ging, den zweiten Punkt dieser Session für Europa. Mit einem deutlichen 5&3 schickte Lawrie den frischgekührten Tour Championship und FedEx-Cup Champion Brandt Snedeker ins Club House. Plötzlich waren von den 8 benötigen Punkten bereits 2 direkt zu Beginn eingetütet.

Der Weltranglisten-Erste McIlroy sorgte wohl für eine der Randgeschichten des diesjährigen Ryder Cup. Aufgrund einer falsch eingestellten Zeitzone verschlief der Ire und konnte sich nicht einspielen, da er bereits in Match 3 gegen Keegan Bradley auf die Runde ging. Der Amerikaner gewann alle seine 3 Vierer und war eigentlich als Favorit angesehen. Doch der US-Rookie konnte seine Form der vergangenen beide Tage so wieder geben und McIlroy zeigte sich deutlich verbessert. Der Ire brachte das Match durch.

Danach kam Poulter gegen Webb Simpson zum Punktgewinn. Der Engländer sorgte bereits am späten Samstagabend für Spannung. Das Duell Poulter gegen Simpson blieb bis zum Ende ein Duell auf Augenhöhe. Doch Poulter brachte in seinem vierten Spiel seinen vierten Punkt ins Club House. Auf der 17 und 18 hatte „Poults“ einfach das Momentum auf seiner Seite und beendete das Spiel mit 2 Up. Der Ausgleich war geschehen.

Dustin Johnson sorgte dann für den ersten Lichtblick für die US-Boys. Gegen den belgischen Ryder Cup-Rookie Nicolas Colsaerts sicherte er den ersten Punkt für Team USA. Die erneute Führung der Amerikaner war damit auch erst mal wieder auf dem Leaderboard hergestellt. Aber das sollte nicht lange so bleiben. Der Ausgleich erfolgte sehr zeitnah durch Justin Rose gegen Phil Mickelson.

Die Lautstärke der amerikanischen Fans wurde nach und nach etwas runtergeschraubt. Man merkte auf der Anlage im Medinah Country Club, dass das alles andere als ein Selbstläufer geworden ist für den Gastgeber und Herausforderer. Das nutzten natürlich die mitgereisten europäischen Fans und wurden dementsprechend lauter.

Zach Johnson holte dann das zweite Einzel für die Amerikaner gegen einen sehr schwachen Graeme McDowell. Lee Westwood nahm die Einladung von Matt Kuchar an und brachte das 12:12 ins Club House.

Vier Einzel waren noch auf der Anlage. Jim Furyk gegen Sergio García, Jason Dufner gegen Peter Hanson, Steve Stricker gegen Martin Kaymer und Tiger Woods gegen Francesco Molinari.

Bei Dufner gegen Hanson war eigentlich sehr früh klar, dass der Punkt von Dufner geholt wird. Zwar kam Hanson am Ende noch mal gefährlich nah ran, aber Dufner wollte sich dann die Butter doch nicht mehr vom Brot nehmen. Zuvor machte Garcia gegen Furyk aber noch einen netten Endspurt. Ab Loch 14 lag der Spanier mit einem zurück und konnte die Partie erst an Loch 17 ausgleichen und Furyk hatte die Nerven verloren. Boogey auf der 18 und damit Punkt für Europa.

Vor den abschließenden zwei Einzeln die noch auf dem Kurs unterwegs waren stand es also 13-13. Aus dem Vorsprung der Amerikaner ist nichts geworden und die Europäer zeigten absolut genialen Kampfgeist.

Molinari glich auf der 14 aus gegen Tiger, während Kaymer einen relativ simplen Putt zum Par und der 15 nicht machte. Da stand es bei beiden letzten Matches All/Square. Sollte es so zu Ende gehen,  wäre der Titel in Europa verblieben. Bei Gleichstand würde nämlich der Titelverteidiger als Sieger gewertet werden. Doch es war eben auch noch lange nicht zu Ende und im Lochwettspiel ist vieles möglich.

Die entscheidenden Momente

Als Kaymer und Stricker an die 17 kamen, leuchtete das Leaderboard noch immer mit einem A/S bei den beiden letzten Matches auf. Kaymer hatte aber die richtigen Entscheidungen in Petto und das Glück auf seiner Seite. Er ging durch ein Boogey von Stricker bei eigenem Par Putt mit einem Loch in Führung. Es ging auf die 18. Sollte Kaymer das Loch teilen, wäre der Sieg für Europa perfekt gewesen.

Während die Drives von Kaymer und Stricker über die weiten der 18 flogen, verlor Molinari das 17. Loch. Der Italiener mit einem zu langem Chip auf dem Par 3-Loch und konnte anschließend das Par gegen Woods nicht retten. Weiterhin 14-14 im „Projected Score“. Weiterhin der Titel für Team Europe.

Sollte ausgerechnet Martin Kaymer nun das Zünglein an der Waage sein? Der Deutsche qualifizierte sich gerade noch so für seinen 2. Ryder Cup. Wurde von Olazábal auf die Ersatzbank geschickt und hatte an diesem Wochenende gerade mal die Wettkampfpraxis von einem Fourball – selbstredend verlor Kaymer am Freitagnachmittag mit Rose gegen Dustin Johnson und Kuchar.

Nach den vergangenen Wochen und Monaten musste man sich natürlich fragen, woher soll Martin Kaymer die Ruhe, Gelassenheit und vor allem das Selbstvertrauen für die entscheidenden Schläge nun nehmen? Nach dem sein Drive auf der 18 in den Bunker ging, war das einzige Ziel den Ball aufs Grün zu bekommen. Es gelang, er lag auch blendend im Bunker und bei der Fahnenposition war das Grün das Maß aller Dinge. Stricker zog nach, ebenfalls aufs Grün. Aber länger Kaymer. Stricker hatte den ersten Putt. Es war klar, dass beide einen 2-Putt hinlegen müssen. Stricker nahm sich viel Zeit für den ersten Putt. Der lange Putt war gut, aber war er gut genug?

Auch Kaymer nahm sich die Zeit, schaute sich wie Stricker die Breaks in Ruhe an. Kaymer setze an. Ebenfalls zu lang, aber um gute 2 Fuß kürzer als Stricker. Damit verteilte der Deutsche den Druck auf den Amerikaner, der es nun machen musste.

Im Hintergrund sah man die Menschenmengen. Alle waren im Bann diesen Matches, dieser letzten Putts. Es wurde immer klarer, dass der Ryder Cup entschieden werden könnte. Stricker geht sich die Lage anschauen. Die Breaks. Der Amerikaner schlug. Die Kugel fällt in das 10,3cm große Loch. Das Par für Stricker steht auf der 18 und Kaymer bekam den Druck auf seine Schultern. Alle wussten mittlerweile, dass Woods gegen Molinari vorne liegt.

Der Deutsche steht auf dem Green. Legt seine Kugel parat, schaut sich die Breaks an. Kaymer spielt seinen vermutlich wichtigsten Schlag der Saison. Das Ding fällt. Martin Kaymer behielt die Nerven, behielt im Lochwettspiel die kleine Oberhand gegen Steve Stricker. Sämtliche 40-Tonner fielen von den Schultern. Das Ding ist verteidigt und somit gewonnen. Es war nun egal, was Woods und Molinari machen.

Nach dem erfolgreichen Putt sah man einen losgelösten, entfesselten und sehr emotionalen Martin Kaymer. Eine Seite, die man beim Deutschen eher nicht kennt. Die Emotionale. Unfassbar wie Martin Kaymer sich freute. Aus der Ferne würde ich behaupten, erfreute sich nicht nur über den Triumph, nein auch darüber, dass ausgerechnet beim Ryder Cup sein „Knoten“ im richtigen Moment geplatzt ist.

Molinari machte zwar noch den „richtigen Sieg“ perfekt, aber vermutlich auch nur, weil bei Woods sämtliche Anspannung wegfiel und das 18. Loch nach dem gelungenen Putt von Kaymer zur kleinen Partymeile sich entwickelte.

Die Titelverteidigung für das Team Europe war geglückt. Eine unheimliche Aufholjagd legten die Mannen von Team-Captain Olazábal hin. Dieser bedeutende Wettstreit zwischen zwei Kontinenten zeigte einmal mehr, dass es erst vorbei ist, wenn es vorbei ist und bis dahin alles möglich ist, wenn man nur festgenug selbst daran glaubt.

Natürlich ist Martin Kaymer der entscheidende Putt geglückt. Aber auch der um Ruhm und Ehre ausgetragene Ryder Cup kann nur im Team gewonnen werden. Und da haben gestern alle 12 Spieler und sämtliche Offizielle dran geglaubt.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich den finalen Sonntag noch einmal anschauen. Die Spannung kann kein Bericht wiedergeben. Die ständigen Wechsel auf dem Leaderboard kann man einfach nicht in Worte fassen. Das Lochwettspiel hat gestern mal wieder gezeigt, wie emotional und spannend es sein kann.

Dieser Ryder Cup hat jetzt schon Hunger und Lust auf 2014 gemacht. Dann warten wir mal 2 Jahren bis zur nächsten Titelverteidigung!

Eine Formel 1 Saison ohne Silly Season ist keine richtige Formel Eins Saison. Nach dem in den letzten Jahren relativ wenig an Fahrerumstrukturierungen bei den “großen” F1-Teams war, könnte für die kommende Saison mächtig viel geschehen.

Die vier großen Teams Ferrari, Mercedes, McLaren und Red Bull bestehen in ihren bisherigen Fahrerkonstellationen bereits mindestens seit 2010. Einzig Red Bull besteht mit der Paarung Webber/Vettel seit 2009. Das sind drei Saisons ohne Wechsel bei den Big Four und das ist doch reichlich überraschend.

Alleine Felipe Massa steht nicht erst seit dieser Saison auf der Kippe bei der Scuderia Ferrari. Das Problem der Italiener ist aber nach vor, dass man keine wirkliche Optionen auf dem Fahrermarkt hat. Doch in diesem Jahr könnte alles an zwei Personalien hängen. Die lauten Michael Schumacher und Lewis Hamilton. Der Rekordchampion steht mal wieder vor der Entscheidung, ob er aufhören oder weiter machen soll. Daran angeknüpft könnte der Brite Hamilton in das Cockpit von Schumacher hüpfen.

Im ersten Moment klingt das ziemlich merkwürdig. Hamilton in ein unterlegenes Cockpit? Hat man die Entwicklung in der Formel Eins in den letzten Jahren angeschaut, weiß man heute nicht, was morgen sein kann. Da kann plötzlich aus einem mittelmäßigen bis schlechten Wagen binnen 1-2 Rennen durch die richtigen Entscheidungen bei der Entwicklung ein Siegerteam werden. Das beste Beispiel dafür ist in dieser Saison. Mit einem Boliden gestartet, dem man gar nichts zugetraut hat ist Fernando Alonso momentan der WM-Leader und hat die Karten selbst in der Hand. Dazu kommt, dass ab 2014 mit neuen Motoren gefahren werden soll. Da ist es natürlich von Vorteil ein Cockpit in einem Werksteam inne zu haben. Das spricht dann wiederum für einen Wechsel von McLaren zu Mercedes für Hamilton. Zumal das Werksteam einen potenten Sponsor an der Seite haben soll, der dabei hilft das der einmalige Weltmeister Hamilton ein stattliches Jahressalär von 25 Millionen kassieren soll.

Sobald sich also Schumacher entschieden hat, kommt das Karussell richtig ins Rollen. Aber auch wenn Schumacher bei Mercedes noch etwas Zeit dranhängen sollte, bleibt bei Ferrari immer noch ein Cockpit “frei”. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Italiener Massa eine weitere Saison durchschleifen können. Immerhin hängt auch von den Ergebnissen von Massa eine Menge Geld ab. Den für die Teams ist nicht die Fahrerweltmeisterschaft wichtig, sondern die Teamweltmeisterschaft. Die Platzierung ist die Ausschlaggebende im Zusammenhang mit den Geldern. Leider konnte Massa seinen schweren Unfall in Ungarn in der Saison 2009, als ihm eine Feder vom BrawnGP von Rubens Barrichello erwischte. Ich würde mich zwar persönlich freuen, Massa weiterhin in der Formel Eins zu sehen, aber in dieser “neuen Verfassung” ist er leider kein Kandidat für die Big Four und Ferrari kann sich nicht erlauben, eine weitere Saison zu warten.

Alternativen sind Rah gesät. Nico Hülkenberg wird immer wieder in die Runde geworfen. Oder auch Nico Rosberg von Mercedes. Vermutlich könnte Hulk als Übergangslösung fungieren, ehe man bei Ferrari einen Sergio Perez als Nachfolger von Fernando Alonso langsam aufbauen kann. Aber das ist alles reine Spekulation und die nächsten Wochen und Monaten werden sicherlich mehr sagen, als man heute sagen kann.

In diesem Sinne: Hello Silly Season.

Die Transferperiode Sommer 2012 ist vorbei. Der Hamburger Sportverein hat den letzten großen Deal der Bundesliga getätigt. Mit der Rückkehr des “Messias”. Rafael van der Vaart ist wieder beim HSV gelandet.

Dabei ist es gar nicht so lange her, da kam Herr van der Vaart mit folgender Aussage in die Medien:

“Wenn ich in Hamburg bleiben müsste, dann hätte ich Schmerzen.”

Damals, Anfang der Saison 2007/08, wollte sich van der Vaart einen Wechsel nach Valencia fokusieren. Neben bei ließ sich der Niederländer noch mit einem Trikot des spanischen Vereines ablichten und lies dieses ebenfalls auch veröffentlichen.

Eine Saison zuvor hat sich van der Vaarts niederländischer Landsmann Khalid Boulahrouz erfolgreich aus dem Vertrag “geschummelt”. Beim Spiel gegen den C.A. Osasuna in der Qualifikation zur Champions League “verletzte” sich Boulahrouz. Wenige später Tage unterzeichnete der wechselwillige Niederländer beim Chelsea FC und war, weil er in der Qualifikation beim HSV “verletzt” war, für die Engländer in der Königsklasse einsetzbar.

In erster Linie ziehe ich meinen Hut vor dem Hamburger SV. van der Vaart trotz der Vorgeschichte zurück holen, ist mutig. Ich persönlich wüsste nicht, wie ich mit einem Rückkehrer umgehen würde, der mit dieser Vorgeschichte des Rafael van der Vaart aufwarten würde. Offenbar bin ich aber auch aus einem anderen Holz, wenn ich mir die Hamburger Fans anschaue. Nur die wenigsten sind mir bis hier hin unter die Nase gekommen, die mit der Rückkehr des Niederländers nichts anfangen können. Wegen der Vorgeschichte, wohlgemerkt.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass in dem Millionengeschäft “Fußball” nicht alles mit Liebe und Harmonie von statten geht. Dennoch halte ich Loyalität in diesem Geschäft nach wie vor für ein Muss für jeden Profi und Verantwortlichen. Ist das etwa im Jahre 2012 zuviel Fußballromantik?

In der vierten Runde der US Open traf Deutschlands aktuell beste Tennisspielerin Angelique Kerber auf die Italienerin Sara Errani. Im bisherigen Head-2-Head stand es vor diesem Duell 1:1. Die bisherigen Duelle fanden ebenfalls in diesem Jahr statt. Gleich zu Beginn des Jahres in Hobart, wo Kerber 6-1 6-2 auf dem Hartplatz gewonnen hat. Das zweite Spiel fand in Paris im Viertelfinale von Roland Garros statt. Sandplatzspezialistin Errani gewann 6-3 7-6.

Der erste Satz zwischen Kerber und Errani hat mich von Beginn an beeindruckt. Die Italienerin zeigte durchweg ihr “Sandplatztennis”. Daraus resultierten viele schöne und lange Grundlinie-Duelle. Weiterhin forcierte die Italienerin immer wieder, dass die Bälle hinten raus sehr hoch springen, eben bedingt durch den “Sandplatztennis” der Italienerin. Das war zu jeder Zeit sehr unangenehm für Kerber, die dadurch relativ oft Errani die Chance gab, leichte Punkte am Netz zumachen. Als perfekte Antwort auf das Spiel von Errani konnte Angie immer wieder ihren perfekten Longline auspacken.

71 Minuten brauchte es im ersten Satz, bis dieser entschieden war. Im Tiebreak konnte sich Errani (7-5) diesen sichern. Dabei half Kerber mit zwei wirklich absurden Schlägen mit und bescherte der Italienerin 3 Satzbälle. Zwei konnte die Deutsche zwar noch abwehren, aber der 3. sollte dann doch mit Hilfe von Angie sitzen.

Dieser erste Satz wurde von einer Nuance entschieden. Beide Damen zeigten hochkarätiges Tennis und eigentlich hatte niemand verdient, diesen Satz zu verlieren.

Zu Beginn des 2. Satzes zeigte sich, wer den 1. Satz am Ende für sich entschieden hat. Kerber wirkte nicht mehr so, wie sie es im ersten Satz spielte. Beim Stand von 0-1, 0-40 und damit 3 Breakbällen für die Italienerin, zeigte Kerber dann aber wieder aufsteigende Ansätze. Unter anderem weil sie auf ihr kurzzeitig einfließendes Surf & Volley wieder verzichtete. Was mir persönlich imponierte, war der zweite Aufschlag bei 15-40. Leider behielt Errani die nerven und sicherte das Break und damit die 2-0 Satzführung mit dem 6. Breakball in diesem Aufschlagspiel der Deutschen.

Errani brachte anschließend ihr Spiel sicher durch, weil Kerber wieder anfing unnötig ans Netz zugehen. Danach kam dann auch Kerber in dem Satz an und “verkürzte” auf 1-3. Danach kam das Re-Break von Kerber. Errani zeigte nicht mehr das, was sie zuvor spielte. Die Italienerin wurde passiver, verzichte auf einen Vorstoß ans Netz, als es möglich war. Das ermöglichte Kerber das Break und plötzlich sah es wieder normal aus.

Die beiden Damen ließen den geneigten Zuseher nicht zur Ruhe kommen. Kerber machte aus 0-3 ein 3-3 und hatte anschließend wieder die Möglichkeit auf ein Break. Doch bei 30-0 baute sie die schwächelnde Italienerin wieder etwas auf. Kerber holte plötzlich für einen unnötigen Stopp aus und versaubeutelte dabei die Chance sich in eine gute Lage für ein Break zu bringen. Errani schaffte es also, ihr Spiel nach Hause zu bringen.

Es waren die Knackpunkte in diesem Spiel. Das nicht geholte Break von Kerber in diesen Momenten und das anschließende Aufschlagspiel der Deutschen. Angie schaffte es nicht, ihr eigenes Spiel nach Hause zu bringen und lud Errani damit ein, zum Matchgewinn zu servieren.  Wie üblich bei Angie verlor sie wieder an Körperspannung und damit auch an Präzision und Sicherheit in ihrem Spiel. Im Anschluss war es kein Problem mehr für die Italiener auch Satz 2 für sich zu entscheiden und somit das Spiel zu gewinnen.

Angelique Kerber ist auf einem definitiv guten Weg. Aus ihrer Loopingbahn mit ihrer Körpersprache ist in den letzten Wochen und Monaten nur noch eine Achterbahn geworden. Wenn das irgendwann nur noch eine Kinderachterbahn ist, ist für mich auf dem besten Weg in die Fußstampf einer ganz Großen Deutschen zu steigen. Ich weiß, das ist heute noch eine große Bürde für die gebürtige Bremerin, aber das potenzial hat sie und sie kann es auch immer wieder abrufen. Ein wenig muss sie auch noch an ihrer Cleverness feilen. Einige eher schlecht durchdachte Angriffe liefert sie immer wieder. Heute hat ihr das für mich den Sieg gekostet.