Was für ein Rennen, mit viel Story und viel Komödie und am Ende gewinnt mal wieder die “Nummer 2″ von Red Bull Mark Webber.
Nach dem Start war ich schon in einem Modus, da wollte ich eine Runde zocken gehen. Denke ich an Ungarn, denke ich direkt an einen langweiligen Grand Prix und das ich doch dran geblieben bin, sollte sich bezahlt machen. Ich habe vermutlich das interessantes Rennen auf dem Hungaroring für eine lange Zeit gesehen. Absichtlich nenne ich das Rennen nicht gut, sondern interessant.
Eigentlich sah das Rennen schon nach dem Start sortiert und bereit gestellt aus. Doch ein Teil von Vitantonio Liuzzis Frontflügel auf der Ideallinie sollte das ganze wenden. Kurz vor den ersten Boxenstopps löste die FIA eine Debri-Caution aus. Safety Car kam und Red Bull reagierte prompt. Sebastian Vettel wurde sofort in die Box bestellt und das, obwohl er beinahe schon vorbei war. Er musste abbremsen und mit seinem Unterboden die Kerbs schleifen um noch in die Box zukommen.
Hinter Vettel kam natürlich das ganze Feld. Einzig Mark Webber zusammen mit Rubens Barrichello blieb auf der Strecke und Jenson Button war pünktlich vor dem SC in der Box, brachte dem amtierenden Weltmeister allerdings keinen großen Vorteil. In der Box gab es dann direkt zwei kuriose Szenen. Zuerst lies Mercedes Nico Rosberg mit einem losen Hinterrad los, welches dann durch die Boxengasse flog und einen Williams-Mechaniker traf, dem allerdings nichts schlimmes passiert ist. Fast zeitgleich wurde Robert Kubica von seinem Team zufrüh losgeschickt. Wer in der Pit steht, muss warten, bis die anderen vorbei sind. Kubica wurde losgelassen, als Adrian Sutil, der genau vor dem Renault einparken wollte einbog. Es kam wie es kommen musste, sie kollidierten. Sutil schied aus, ebenso stellte Rosberg seinen Boliden ab. Kubica nahm das Rennen wieder auf, bekam von der Rennleitung eine 10 Sekunden Stop and Go Strafe. Danach stellte aber auch Kubica seinen Wagen ab.
Renault und Mercedes wurde nach dem Rennen jeweils zu 50.000 $ Strafe verurteilt. Da stelle ich mir die Frage, warum die Sicherheit nur halb so schwer bestraft wird, wie eine “Teamorder”? Ich erinnere mich nur mal nen Katzensprung zurück, aber wollte man Renault nicht damals 2 Rennen aussperren, weil Fernando Alonso ein Reifen nach einem Boxenstopp verlor? Mir persönlich fehlt hier die Relation in solchen Strafen. Mercedes hat unsauber gearbeitet und dabei wurde jemand verletzt. Nich schwer, aber immerhin.
Während Renault und Mercedes für trouble in der Box sorgten, machte sich das Feld langsam aber sicher zum Restart auf. Webber fuhr vorne und dabei war allen klar, er muss sich mindestens 20 Sekunden auf Alonso herausfahren. Durch den Speed der Red Bull war natürlich auch sofort klar, dass das möglich ist, sofern die Reifen halten und nicht noch eine Safety Car Phase käme. Beides sollte für Webber verlaufen und Webber fuhr sich nen Vorsprung spielend raus. Doch vor dem Restart machte Vettel schon einen groben Schnitzer. Er lies eindeutig, eindeutig zuviel Abstand zu Webber. Ein Anfängerfehler von einem Weltmeisterschaftskandidat. Vettel wurde von der Rennleitung zu einer Drive-Trough gebeten und dabei regte sich Vettel fürchterlich auf in der Pitlane. Davor spielte das Worldfeed schon ein Team Radio ein, wo Vettel nachfragte, weshalb. Er konnte es sich einfach nicht erklären. Übrigens fand ich die “Ausrede” Vettels auch nicht sehr gelungen. Meiner Regelauffassung nach, darf er auch nicht soviel Platz lassen, wenn noch weiter hinter dem SC gefahren wird. Von daher ist völlig nebensächlich, ob sein Funk ausgefallen ist oder nicht und ausserdem, muss jemand auf P2 liegend sehen, dass das SC die Lichter aus hat.
Vettel verlor seinen Platz dabei an Alonso und plötzlich fuhr Webber um den Rennsieg, den er sich auch holte. Vettel schlies zu Alonso wieder richtig auf und ich dachte mir nur, mach jetzt bloß nichts falsches Vettel. Ein Glück blieb Vettel dann doch eher ruhig und machte nichts unüberlegtes. An Alonso kam er allerdings nicht mehr vorbei und Webber fuhr vorne zu einem weiteren Sieg.
Den großen Aufreger brachte dann noch der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher. Kurz vor dem Ende hat ihn Rubens Barrichello angegriffen. Der Brasilianer fuhr auf frischen Super Soft-Reifen und hatte damit natürlich die bessere Ausgangslage. Nach einigen Runden hatte Barrichello den Windschatten auf der Zielgeraden und zog neben Schumacher. Der Deutsche drängte seinen früheren Teamkollegen so nah an die Mauer, dass etlichen Leuten das Herz stehen blieb. Das war nicht die schöne und saubere Art von Schumi. Gebracht hat es Schumacher nichts. Er verlor auf der Strecke den Platz an Barrichello und hat für den nächsten Grand Prix bereits eine Gridversetzung von 10 Plätzen aufgebrummt bekommen.
Natürlich kann man nun diskutieren ob das nicht Racing war und wir sowas sehen wollen. Wobei sich die Frage bei mir gar nicht stellt. Das war nahe am derben Unfall und sollte daher vermieden werden. Wir reden hier nicht über Tourenwagen, wo die Reifen geschützt sind, sondern über Monoposto. Offen stehende Reifen, die hin und wieder schon mal als Flugrampe dienen. Sowas sollte ein alter Haudegen wie Schumacher unterlassen.

