3. März 2010, 15:56 | Kategorien: Formel 1, Motorsport

Es sind noch 12 Tage bis zum Rennstart in Bahrain. Die Vorbereitung ist so langsam abgeschlossen, Testfahrten gibt es keine mehr. Deshalb folgt nun der erste  Teil der Saisonvorschau, in dem es um die Regeländerungen für 2010 geht.

Tankverbot

Die wichtigste Änderung für die Saison ist das Tankverbot. Die Teams dürfen während des Rennens nicht mehr den Stöpsel an das Auto halten und frisches Benzin nachkippen. Größere Tanks in den Autos braucht es für diese Saison. In der letzten Saison hat man rund 80 Liter Tanks in den Autos gehabt, heute müssen es dann um die 240, 250 Liter Tanks sein. Die Konstrukteure mussten also die Autos verbreitern oder länger gestalten. Variante B hat wohl vorlieb bekommen, die Autos sind länger geworden und dafür hat man die Breite eher gelassen.

Was uns das Nachtankverbot bescherrt, hat man in den 80er Jahren, Anfang der 90er sehen können. 1994 wurde das Tanken eingeführt und davor wurden die Rennen oft in der letzten Runde oder sogar auf der Zielgeraden entschieden, als beispielsweise der Führende wegen Spritmangel ausrollte und es nicht über die Ziellinie schaffte. Sowas könnte uns auch 2010 erwarten. Denn es bleibt ein riskantes Spiel der Fahrer.

Durch das Tankverbot wird der Reifenverschleiss der Autos wichtiger. Sicherlich die Stopps dauern wahrscheinlich nur noch 3, 4 Sekunden, aber auch hier entscheidet sich viel. Welches Auto gut mit den Reifen aushält, kann später Reifenwechseln. Ein neuer Reifen bringt immer Sekunden und gerade in der Anfangsphase, mit vollem Tank, wird es interessant, wie die Autos sich mit den Reifen verhalten.

Im Zuge dessen und eigentlich auch wegen KERS, wurde das Mindestgewicht von 605 kg auf 620 kg aufgestockt. Zu dem werden keine Gewichte vor dem Rennen mehr veröffentlich. Man kann sich also nicht ausrechnen, wieviel Auto XY auf XY Kilometern verbraucht.

Reifen

Einige Änderungen gibt es auch bei den Reifen. Erstmal fallen die potthässlichen Radkappen weg, die gerne mal das befestigen der Reifen erschwerte. Die Vorderreifen werden dazu schmaller.

Wichtiger ist dabei aber noch, dass die Top10 des Qualifyings mit den Reifen starten müssen, die für die schnellste Runde im 3. Qualifikationsteil sorgten. Ein Nachteil für die Fahrer, die überhaupt erstmal ins Q3 gekommen sind. Noch schlimmer werden die bestraft, die in einer möglichen 2. schnellen Runde sich verbremsen und damit den Reifen ruinieren. Aber man möchte ja auch so, ich behaupte mal, künstlich Show reinmultiplizieren.

Bridgestone scheint darauf bestanden zu haben, die Anzahl der Reifensätze runter zuregulieren. Es werden an jeden Fahrer nur noch 11 Reifensets Slicks verteilt. Zu dem wird nach dem 1. freien Training bereits 1 Reifenset wieder eingeholt. 2 Weitere Sets müssen im Verlauf des Wochenendes ebenfalls noch abgegeben werden.

“KERS-Verbot”

Im Prinzip ist KERS von der FIA nicht verboten und doch hat sich die FOTA auf ein “Gentleman’s Agreement” verständigt, dass in der 2010er Saison das Energie-Rückgewinnungssystem nicht zum Einsatz kommt. Eine Sache, die ich nicht verstehen kann. KERS war mal wieder etwas, was ein Gewinn für die Formel Eins war. Mal gucken, ob irgend jemand sich daran nicht halten möchte.

Punktesystem

Die Formel Eins hat ein neues Punktesystem. Absofort wird folgendes System angewendet: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Schön das man den Sieg nun prozentual etwas mehr würdigt. Schlecht aus meiner Sicht, dass man nicht gleich das halbe Feld mit punkten belohnt. Vielleicht hätte man auch ein Punktesystem finden können, welches dem ganzen Feld Punkte bringt. Hätte den Vorteil, dass ein auf Rang 17 fahrender Weltmeisterschaftskandidat hin und wieder noch richtig kämpfen würde, anstatt den Wagen und den Motor heile ins Ziel zu bekommen.

Auch Schade, dass es für die Pole oder die schnellste Runde nicht noch einen Extrapunkt gibt. Vielleicht hätte man ja auch für den Fahrer mit den meisten Führungsrunden noch einen Bonuspunkt raushauen können. Aber das wäre wohl zu viel gewesen. Ein Bonuspunkt für Pole hätte definitiv was.

Kosteneinsparung

Natürlich werden auch wieder Kosten eingespart. Wäre ja schlimm, wenn nach dem Hick-Hack um Budgetgrenze, FOTA-Serie und Co. nicht doch irgendwas gesenkt wird für 2010.

Beim Rennen in Ungarn wurde beschlossen, dass nur limitiert Aerodynamik-Kits ausgewechselt werden dürfen. Es dürfen nur noch eine bestimmte Anzahl von Teammitglieder mit zu den Rennen kommen und die Werkshallen müssen während der “Sommerpause” geschlossen bleiben. Zu dem wurde das Testverbot während der Saison verlängert.

Extra Test: Fahrerwechsel

Es besteht zwar weiterhin das Testverbot und doch darf nun bei einem Fahrerwechsel 1 Testtag abgehalten werden. Dieser Testtag muss in einer Zeitspanne zwischen 14 Tage vor und 14 Tage nach dem Rennen abgehalten werden. Sollte ein Team einen Fahrer testen, der dann doch nicht zum Einsatz kommt, wird die FIA eine Strafe aussprechen.

Safety Car

Nein, ich möchte hier nicht das neue Safety erwähnen. Es bleibt bei dem im letzten Jahr “teilweise getesteten” Safety Car Linien. Damit bleibt die Boxengasse geöffnet, die Fahrer dürfen aber nicht mit Vollgas um die Strecke hetzen. Zu dem ist jetzt auch in der Einführungsrunde die Safety Car Linie wichtig. Bis zur zweiten Linie muss ein überholter Pilot wieder auf seiner Position sein, sonst ist ein Start aus der Boxengasse pflicht.

Das war es mit der Vorschau Teil I. Teil II kommt die nächsten Tage, vermutlich am Wochenende.

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