Im zweiten Teil der “4+4+4″ Teamvorschau folgen nun Toro Rosso, Force India, Renault und Williams. Wer sich Teil I der “4+4+4″ Reihe noch nicht angeschaut hat, sollte dies mal machen.
Zu Beginn sollte noch erwähnt werden, dass die Testzeiten natürlich nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben. Alle Anzeichen in den Tests können sich auch “erschlichen” worden sein, denn die FIA überprüft die Autos nicht. Zu dem ist wohl niemand der Topteams mit dem endgültigen Doppeldiffusor unterwegs gewesen.
Scuderia Toro Rosso
Red Bull Team B ist gar nicht mehr soviel Team B. Man hatte dank Gerhard Berger und Sebastian Vettel eine gute Saison, doch die war auch daran geschuldet, dass man viel mehr Support von Red Bull bekommen hat. Im letzten Jahr zeigten sich die Probleme bei der Umstellung auf ein „eigenes Team“ und vorallem fehlten Vettel und Berger gewaltig.
Jaime Alguersuari hat viele im letzten Jahr nicht wirklich beeindruckt. Quereinsteiger haben es auch nicht leicht, wer mitten in die Saison eingestiegen ist, hatte keine Testfahrten. Alguersuari ist nur eine Notlösung. Franz Tost konnte niemanden gewinnen, der mit Erfahrung zu STR kommt.
Vor allen in den ersten Rennen 2009 hat Sebastien Buemi gute Resultate abgeliefert. Doch nach den ersten 3 Rennen kippte es bei Buemi, bis zu den letzten 2 Rennen, wo es wieder Berg auf ging.
Einmal ist man mit 0,3 Sekunden wirklich nahe dran, dann ist man wieder mit über 2,2 Sekunden weit entfernt von der Spitze. Die Zeiten von STR geben wenig Aufschluss.
Fazit: Ein Sieg über Force India wäre toll für das immer noch italienische Team. Alles andere wäre eine Zugabe. Der Sieg über die neuen Teams ist Pflicht.
Force India F1 Team
Die Inder sind doch tatsächlich noch immer in der Formel Eins unterwegs. Das wird die dritte Saison für Force India und das obwohl sich Spyker und Midland nicht lange hielten, die immerhin die „Vorgänger“ waren.
Vitantonio Liuzzi hat im letzten Jahr schon den zu Ferrari abgewanderten Giancarlo Fisichella ersetzt und wie ich finde, gar nicht schlecht. Liuzzi saß 1,5 Jahre auf der „Ersatzbank“ ehe er wieder in einem Rennen zum Einsatz kam. Sutil hat einen interessanten Teamkollegen bekommen.
Adrian Sutil dümpelt ein weiteres Jahr bei Force India rum. Mag jetzt sehr hart klingen und ist es sicherlich auch. Sutil muss erstmal Liuzzi bezwingen und dann geht es um Weltmeisterschaftpünktchen.
Die Inder haben bereits in der letzten Saison schon kleine überraschende Highlights gezeigt. Topspeed hatte man in Indien immer, aber dann kam doch tatsächlich auch noch das nötige Grip auf der einen oder andere Strecke hinzu. Darauf muss auch in diesem Jahr gehofft werden.
Fazit: Im letzten Jahr wurde Toro Rosso „ausgebremst“. In wie weit es 2010 weiter nach vorne geht, wird sich zeigen. Der Wagen fuhr in die Top 5 bei allen 3 teilgenommen Tests rein. Ob das „Vorstandszeiten“ waren zeigt sich erst in Bahrain. Force India kann es Renault und Williams definitiv schwer machen um den 5. Platz in der Konstrukteurswertung.
Renault F1 Team
Die ungewisse Zukunft im Dezember hat dem Team nicht gut getan. Niemand möchte vor einer ungewissen Zukunft stehen und das dürfte auch einen Robert Kubica mächtig die Suppe kurzweilig verdorben haben.
Mit einer späten Entscheidung hat man sich Vitaly Petrov ins Boot geholt. Der Russe soll vor allem Geld mit gebracht haben, was dann später aber auch wieder nicht so gewesen ist. Ob Petrov nun wirklich ein „Pay Driver“ ist oder nicht, ist auch weniger wichtig. Mit 25 Jahren ist Petrov kein Blutjunger Fahrer mehr und hat dazu keine Erfolge vor zuweisen. Trotzdem gilt Petrov als ein ordentlicher Fahrer und wurde im letzten Jahr 2. der GP2 Serie, der Meister fährt bei Williams in diesem Jahr. So wie sein Teamkollege Kubica der erste polnische Pilot der F1 Geschichte war, so ist Petrov der erste russische Pilot in den weiten der Formel Eins Geschichte.
Viele haben Robert Kubica frühzeitig zu einer Fehlentscheidung „gratuliert“. Sicherlich ist Renault nicht gerade der Aufstieg, den er sich gewünscht hat. Doch scheint es die einzige Möglichkeit für den Polen zu sein, überhaupt in der F1 weiter fahren zu können. In welchem Team er bei den „Big Four“ hätte landen können, ist mir ein Rätsel. Die Entscheidungen bei BMW haben ihm selten geschmeckt, sei es das frühe abschenken vor 2 Jahre der Weltmeisterschaft oder der Rückzug. Beides war nicht so prall für Kubica.
In gelb und schwarz ist der Wagen wieder zu sehen. Das freut einen Teil der Formel Eins Fans, die schon länger dabei sind. Die mochten die alten Farben des ehemaligen Hauptsponsors nicht.
Fazit: Duell mit Williams. Das sollte jedem klar sein. Natürlich will das ehemalige Weltmeisterteam lieber weiter vorne fahren, doch zu mehr wird es in meinen Augen nicht reichen.
Williams
Das Privatteam existiert immer noch und in diesem Jahr hielten sich die Hiobsbotschaften nicht bei Frank Williams und Co. auf. Williams ist für mich das erste Team im Mittelfeld.
Nico Hülkenberg ist ein Neuling in der „Königsklasse“. Der 22 Jahre junge Deutsche hat zuletzt die GP2 gewonnen, davor die Formel-3-Euroserie. Allen Erfolgen in den Nachwuchsserien zu trotz, muss er sich in der F1 neu beweisen. „Hülki“ hat seinen Partner dann doch 1,5x schlagen können in den Testfahrten.
Als Erfahrenen Part an die Seite hat Hülkenberg keinen anderen als Rubens Barrichello bekommen. Das letzte Jahr bei Brawn GP war mittelprächtig. Auf der einen Seite musste sich Barrichello gegen Button durchsetzen, auf der anderen Seite wurde er früh zur Nummer 2 degradiert. Rubinho hat doch Ferrari verlassen um endlich um den Titel fahren zu können und dann hat er endlich einen Honda/Brawn unter dem Arsch der geht, wird er in seine alte Rolle gedrängt.
Den Wagen kann ich nur schwer einschätzen. Mal war man in den Top 5 zufinden, dann war man doch „nur“ vor Lotus und Virgin.
Fazit: Barrichello würde sich wünschen, wenn dem Williams Team Titelchancen zugesprochen werden. Aber ehrlich betrachtet kann das niemand machen. Das Team hat nicht die Ressourcen wie die Teams vorne. Platz 5 in der Konstrukteurswertung wäre ein Erfolg.
- Im dritten Teil der 4+4+4 Trilogie geht es selbstverständlich um die “Big Four” um Ferrari, Red Bull, Mercedes und McLaren.



