8. Juni 2010, 17:14 | Kategorien: Formel 1, Motorsport

Die Formel Eins kehrt nach einjähriger Abstinenz auf den nordamerikanischen Kontinent zurück.

Als im Oktober 2008 der Kalender für das Jahr 2009 veröffentlicht wurde, gab es schon eine Menge Verwunderung, dass mit dem Rennen in Kanada auch das letzte Rennen in Nordamerika gestrichen worden ist. Das die FIA den nordamerikanischen Markt nicht ganz verlieren durfte, machten ihr auch ganz schnell die Preimum-Hersteller klar. Nordamerika ist genau so wichtig, wie Asien, Südamerika und Europa. Es war eine Rückkehr, auf die alle hofften und auf die sich alle freuen. Die Hersteller würden am liebsten einen Double-Header fahren. Ein Rennen in Kanada, eines in den USA. Das wird auch mit der Strecke in Texas, in den kommenden Jahren, realisiert werden. Montreal bleibt nun zumindest bis 2014 im Kalender der Formel Eins.

Der Circuit Gilles Villeneuve ist ein Stadtkurs auf der Île Notre-Dame, einer künstlichen Inseln die für die Expo 1967 aufgeschüttet worden ist. Der Kurs hat einen hohen Vollgasanteil und verfügt, wie sämtliche Stadtkurse, über kaum Auslaufzonen. Mit der Wall of Champions hat der Kurs wohl die bekannteste Mauer im ganzen Formel Eins Kalender parat. Wer die Schikane vor Start und Ziel nur halbwegs gut erwischt, landet ganz schnell eben in dieser Mauer. Alleine im Rennen 1999 sind mit Damon Hill, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve gleich drei Weltmeister in dieser Mauer gestrandet.

Aber auch die Anfahrt auf die Haarnadel sollte seit 2007 allen im Gedächtnis sein. Damals hatte Kubica vor der Haarnadel einen fürchterlichen Unfall den er fast unbeschadet überstand. Die Sicherheitsstandards in der Formel Eins zeigten, wie sicher sie sind. Es war schon unfassbar, dass Kubica fast gar nichts passiert ist und damals nur ein Rennen auslassen musste.

Die Boxengasse sollte man auch nicht ganz vergessen. 2008 hat Lewis Hamilton einst Kimi Räikkönen im Ferrari abgeschossen. Der Brite übersah schlicht und einfach die rotleuchtende Ampel. Ein Jahr zuvor übersahen auch Felipe Massa und Giancarlo Fisichella die rote Ampel und wurden disqualifiziert. Durch die geänderten Regularien wird ein Missgeschick dieser Güte in diesem Jahr nicht vorzufinden sein, schade eigentlich.

Mit Robert Kubica, Lewis Hamilton, Fernando Alonso sowie Michael Schumacher konnten 4 aktive Piloten den Grand Prix du Canada bereits gewinnen. Während Kubica, Hamilton und Alonso bisher nur je einen Sieg aufweisen, gewann Schumacher bereits 7-mal auf dem Circuit Gilles Villeneuve und ist damit Rekordhalter.

McLaren und Red Bull heißt es auch an diesem Rennwochenende wieder. Red Bull kommt über die eigene Aerodynamik, McLaren hat den Vorteil des F-Duct. Beide Red Bulls haben etwas gut zumachen und bei McLaren war man sich offenbar auch nicht ganz einig in Istanbul. Offenbar hat Lewis Hamilton eine Ansage erhalten, dass Jenson Button nicht angreift. Das tat er wiederum und wie sich das nun innerhalb des Teams auswirkt, wird man am Wochenende sehen. Klar ist: Red Bull wird sich nicht nochmal ein Rennen selbst zerstören wollen. Ähnlich wie in Istanbul wird zwischen Sieg und Niederlage entscheiden, wie gut die Red Bull in den Kurven liegen und ob sie damit den Topspeed Nachteil kompensieren können. Ich vermute, Red Bull wird auf den F-Duct verzichten.

Das Qualifying wird am Samstag um 19 Uhr ausgetragen, das Rennen startet wegen der Fußball Weltmeisterschaft bereits um 18 Uhr. Die Formel Eins wird also zum Spiel der Deutschen Nationalmannschaft fertig sein.

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