Dieses Wochenende startet auch endlich die MotoGP in ihre neue Saison. Grund für mich, mal zu vergleichen wie die Königsklassen MotoGP und Formel Eins ihre Rennstrecken “auswählen”.
Das Thema ist natürlich nicht ganz einfach zu behandeln. Die MotoGP ist die Königsklasse der Motorräder und da kann beispielsweise die Superbike-WM nur wenig gegenhalten. Kernmärkte der MotoGP sind in erster Linie Spanien und Italien und damit natürlich Europa. Bei der Formel Eins ist das ungefähr ähnlich. Königklasse auf Vierrädern und vom Stellenwert her ist keine Serie auch nur gleich zustellen. Die F1 lebt durch ihre Bekanntheit, nicht mehr durch die pure Spannung. Kernmarkt ist natürlich Europa, da wären die Briten, die Deutschen und die Spanier die sich gerne die Formel Eins angucken.
Beide Serien verbindet etwas. Man möchte immer weiter expandieren. Die Formel Eins möchte sich in Asien einen großen Stellenwert erarbeiten. Nimmt man jedoch die Zuschauerschnitte bei den Rennen in Asien, dann fallen diese immer weiter. Die Rennstrecken sehen teilweise sehr steril aus. Aber die Hauptsache ist wohl, dass die Scheichs und Co. ihre Rennen bekommen. Auch die MotoGP ist z. B. nach Katar oder auch Malaysia gegangen. Der entscheidende Unterschied jedoch liegt hier: Die MotoGP vernachlässigt ihre Kernmärkte nicht.
In der Formel Eins streicht man halt mal auf guten Strecken die Rennen. Kanada ist mal für ne Zeit rausgeflogen, in San Marino fährt man genau so wenig wie in den USA und in Deutschland wechselt man sich mittlerweile zwischen Hockenheim und Nürburgring ab. Einzig Spanien hat aktuell mit Valencia und Barcelona zwei Rennen im Kalender. Dafür hat man sich langweilige Rennen auf dem sterilen Shakir International Circuit in Bahrain reingeholt, fährt vor fast leeren Tribünen in Istanbul, in Valencia gibts Prozession und die Scheichs in Abu Dhabi dürfen den Saisonabschluss feiern. Nimmt Australien den Saisonauftakt weg, der sich seit Jahren eingelebt hat beim Formel Eins Fan.
Stellt man dagegen die MotoGP hin, dann fällt auf: Obwohl man eben auch expandieren möchte, bleiben die Kernmärkte stark besetzt. Der Saisonauftakt wird zwar in Katar mit dem einzigen Flutlicht-Rennen abgehalten, doch hatte Spanien bis vor der Saison 3 Rennen, in Italien und San Marino wird gefahren. Vielleicht noch viel wichtiger bei der MotoGP ist, dass man mittlerweile gleich zwei Rennen in den Staaten fährt. Man steht in Amerika hinter den AMA Superbikes an, weshalb man so clever ist und in Laguna Seca im Rahmen der AMA Superbikes fährt. Da karrt man zwar nur die großen Maschinen an, hat aber volles Haus und wird wahr genommen. Auch das Rennen in Indianapolis, welches dieses Jahr zum dritten mal ausgetragen wird, ist jetzt keine “kleine Hausnummer”. Da fahren alle drei Klassen und man hat wirklich immer viel Action abgeliefert für die Amis. Die MotoGP wollte auch nach Ungarn, doch der Balatonring ist zum zweiten mal in Folge nicht fertig und so hat man dieses Jahr eben 4 Rennen in Spanien, weil Aragon den Balatonring ersetzen wird.
Während die MotoGP weiß, wie man die “heimischen” Fans nicht vernachlässigt, so wird in der Formel Eins vermehrt nur noch nach dem fliessenden Geld die Rennstrecken ausgewählt. Kann sich eine Strecke bei neuen Verträgen mit der F1 die “Wünsche” der FOM nicht leisten, dann fliegt man einfach und schnell aus dem Kalender.

