An diesem Wochenende waren neben der NASCAR in Phoenix und die MotoGP in Katar natürlich noch einiges mehr auf dem Programm. Ein kurzer Einblick in einige Rennen soll dieser Artikel geben.
ADAC GT Masters – Oschersleben
Die GT Masters waren zum Saisonauftakt in Oschersleben. Die Serie existiert erst seit 2007 und hat in diesem Jahr mit kabel eins zum ersten mal einen TV Partner. Die Rennen haben sich wirklich ansehen lassen. Die Autos basieren auf dem FIA GT3 Reglement, womit die Autos auch in der FIA GT3 Europameisterschaft an den Start gehen dürfen. Insgesamt waren 22 Autos an der Strecke die auch gestartet sind. Darunter mit Porsche, Corvette, Lamborghini, Audi, BMW und Ascari mehrer Fahrzeughersteller. Man könnte auch sagen: Gibt dem Volk nen ordentliches Reglement, dann haste guten Kundenmotorsport.
Im ersten Rennen gab es vor allem einen tollen Kampf hinter den Siegern Kentenich/Asch. Es beharkten sich teilweise bis zu 6, 7 Autos auf der Strecke und das nicht gerade “sanft”. Es ging gut ab, hin und wieder gab es auch Feindkontakt. Kentenich/Asch konnten vorne bei all dem gewussel dahinter schön wegfahren und hatten dann im Endeffekt natürlich keine Probleme. Etwas enttäuschend verlief das Rennen Rast/Bergmeister, die kurz vor dem Ende mit einem technischen Defekt ausgefallen sind. Ebenfalls mussten Jäger/Hannawald das Rennen aufgeben. Der ehemalige Skispringer machte seine Sache aber recht ordentlich.
Wie stark die Paarung Rast/Bergmeister im noch alten Porsche 911 GT3 Cup S ist, sah man dann beim heutigen zweiten 1-Stunden-Rennen. Auf feuchter Bahn gewannen Rast/Bergmeister im Vorjahresduell deutlich und ohne Probleme. Die Polesetter Jäger/Hannawald kamen nur als 10. ins Ziel und die Vortagessieger Kentenich/Asch wurden starke 3. im Porsche. Musste allerdings noch Klingmann/Giermaziak im Audi R8 LMS den Vorzug geben lassen. Auch heute waren einige nette Zweikämpfe dabei und man freut sich schon richtig auf die nächsten Rennen!
World Superbikes – Valencia
Die Superbikes machten für die 3. Saisonstation halt in Valencia. Leon Haslam feierte seinen 2 Saisonsieg und zog damit mit Max Biaggi gleich, der beide Läufe in Portimao gewinnen konnte. Carlos Checa wollte es in seiner Heimat allen beweisen und landete so fast in der dritten Runde in einem Highsider. Den konnte er noch abfangen, der Ausfall war trotzdem nicht mehr zuverhindern. Aber es gab sowieso einige Stürze zuviel in beiden Rennen. Max Biaggi hielt sich lange im Rennen zurück und legte erst am Ende zu und schnappte sich noch den sehr starken James Toseland.
Hauptakteure im 2. Rennen sollten, unglücklicher Weise, erstmal Vittorio Iannuzzo und Simon Andrews werden. In Runde 3 stürzte zuerst Iannuzzo und anschliessend Andrews. Zweiterer landete in der Boxenmauer. Die Fernsehbilder haben das nicht ganz aufgeschlüsselt aber offenbar ist Andrews auf der Ölspur von Iannuzzo ausgeruscht. Das sah böse aus und das Rennen wurde erstmal unterbrochen. Iannuzzo hat wohl nur eine geprellte Hand, bei Andrews war die rede von einem Fußbruch. Für das was es war, recht wenig – was für ein Glück.
Das Rennen ansich war “komisch”, weil es nach der Unterbrechung fortgeführt worden ist und nicht neugestartet. Das hieß das Checa mit einem Vorsprung in das neue Rennen ging und auch theoretisch nicht als erster die Zielflagge hätte sehen müssen für den Sieg. Am Ende gewann aber Noriyuki Haga sowohl auf der Strecke als auch auf dem Zeitenmonitor. Checa hauchdünn geschlagen und dritter wurde Biaggi.
In der Gesamtwertung führt Haslam mit 125 vor Biaggi der 18 Punkte zurück ist. Checa fehlen bereits 43, Haga 44 und Rea 60 Punkte.
Formel 3 Euroseries – Le Castellet
In Le Castellet im Rahmenprogramm des 8 Stunden Rennens der LMS gab die F3 Euroserie ihren Saisonauftakt. Ausnahmsweise nicht am Hockenheimring im Rahmen der DTM, sondern in Frankreich. Das liegt daran, dass die DTM in diesem Jahr nicht in Frankreich gastiert und da die F3 Euroserie aus der ehemaligen deutschen und der ehemaligen französischen Formel 3 Meisterschaft besteht, entschied man sich für den Auftakt in Le Castellet.
Die Rennen fand ich so lala. Sie waren nicht so langweilig, wie der n-tv Kommentator Oliver Sittler. Aber ich möchte mich gar nicht beschweren. Ich bin froh, wenn es möglichst viel Livesport und darunter auch Motorsport im TV gibt.
Auf dem “High Tech Test Track”, einer eigentlich nur noch Teststrecke, gewann am Samstag Edoardo Mortara vor Marco Wittmann und Alexander Sims. In dem kleinen Feld ist der Doppelsieg für die Signature Volkswagen natürlich etwas schönes. In Hockenheim werden wohl mehr als 13 Fahrzeuge am Start sein. Das zweite Rennen endete dann “fast” identisch. Die Top3 aus Rennen 1 haben sich im zweiten Rennen die Plätze anders verteilt. Dieses mal gewann Sims vor Mortara und Wittmann.
LMS – Le Castellet
Wie schon erwähnt, fuhr auch die Le Mans Series. Es war der Saisonauftakt in Le Castellet und somit das erste europäische Rennen der Langstrecken-Serie. Die American Le Mans Series ist ja bereits in Sebring gefahren und da hat Peugeot, mehr oder weniger, den Einsatz des “neuen” Audi R15plus verhindert. An diesem Wochenende durfte Audi aber fahren und Peugeot war nur halb anwesend. Die Franzosen gaben einen Kunden 908er an Oreca ab und leihten gleichzeitig für Le Castellet noch Stephane Sarrazin aus.
Audi mit Capello/McNish gewannen das “halbe Kräftemessen” deutlich vor dem Aston Martin um Mücke/Primat/Fernandez und dem Rebellion Lola. Der Oreca-Peugeot mit Sarrazin/Lapierre/Panis belegte am Ende den 4. Platz im Endklassement. In der LMP2 gewann Strakka HPD vor Oak Pescarolo und RML Lola.
IndyCar Series – Barber Motorsports Park
Die IndyCars machten einen Abstecher auf den Barber Motorsports Park der nur wenige Minuten entfernt vom Superspeedway in Talladega liegt. Die Open-Wheeler waren zum ersten mal auf der Strecke unterwegs und im Endeffekt war das Rennen auch nur solala. Vielleicht hatte ich aber auch nur das Pech, dass der Helicopter des offiziellen IndyCar-Streams einfach zuviel Landschaft zeigte als wirklich viel vom Rennen. Das hat ein wenig, freundlich ausgedrückt, genervt. Gefühlte 95% des Rennens gab es aus der Heli-Perspektive. Aber eines muss man dann doch sagen: Lieber in Alabama aus dem Heli viel zeigen als in Bahrain bei der Formel Eins. Die Strecke in Alabama war schön begrünt, hatte sogar nette Skulpturen abseits der Strecke stehen.
Helio Castroneves holte sich den Sieg vor Scott Dixon und Dario Franchitti. Will Power mit Position 4 mal wieder gut unterwegs und auch Marco Andretti konnte endlich mal wieder ein richtig gutes Rennen abliefern und wurde am Ende mit dem 5. Platz belohnt.

