Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist nach 32 Spielen an einer Schiedsrichter Diskussion angekommen, die von der FIFA selbst ausgelöst wurde – indirekt.
Ein Nebenschauplatz in diesen Tagen, sind die Vielzahl von strittigen Schiedsrichter Entscheidungen in Südafrika. Etwas, was vermieden werden könnte, wenn man und das ist jetzt meine eigene Meinung, das Regelwerk anpasst. Die FIFA scheint ihre Schiedsrichter ebenfalls stärken zu wollen:
“Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit den Leistungen. Fehler sind nur menschlich”, sagte Schiedsrichter-Kommissions-Chef Jose Maria Garcia-Aranda am Montag: “Wir haben exzellente Vorstellungen gesehen. Mit Blick auf Entscheidungen, die wir für nicht gut genug halten, versuchen wir uns aber auch zu verbessern.”
Grundsätzlich, soso. Wörter wie Grundsätzlich oder auch Eigentlich, sollte man in meinen Augen doch in Statements vermeiden. Die geben einfach nur sehr viel Interpretations Möglichkeiten und noch viel schlimmer, positiv ist das nicht formuliert. Wenn ich meine Leute öffentlich stärken möchte, haue ich kurz und pregnant ein “wir sind (sehr) zufrieden” raus und versuche nicht, den Satz mit irgendwelchen Worten zuverhübschen.
Kann die FIFA zufrieden sein, mit ihren Schiedsrichtern? Bestimmt! Die FIFA: …legt Maßstäbe fest, …formuliert das Regelwerk, …gibt Anweisungen raus. Viele meinen, das Argurment Fingerspitzengefühl in jede Schiri-Diskussion einzubringen, aber das ist total falsch. Die Schiedsrichter machen ihren Job ordentlich, ordentlich im Sinne von: Die Maßstäbe, das Regelwerk und die Anweisungen der FIFA werden befolgt. Das Problem liegt also weniger bei den Unparteiisch, viel mehr bei den Offiziellen des Weltverbandes.
Einfaches Beispiel von dieser Weltmeisterschaft: Südafrikas Torhüter Khune gegen Uruguays Stürmer Suarez. Khune legt Suarez, zumindest findet Suarez die Fußspitze von Khune und daher ist der Elfmeter nicht ganz unberechtigt. Das kann man also in meinen Augen als Foul auslegen und nun, gibt die FIFA die Marschroute strikt vor! Khune war letzter Mann und muss deshalb, folgerichtig, runter. Würde die gleiche Szene in einem Bundesliga passieren, würde es auch Elfmeter geben. Der Unterschied ist, der Torhüter würde in diesem Fall nur die Verwarnung sehen, also keinen Platzverweis. Das hat Helmut Krug auch nach dem Spiel im Ersten bestätigt, als er von Reinhold Beckmann dazu befragt worden ist. Der DFB hat also die Regeln des Weltverbandes “verbessert”. Es muss also in der Bundesliga nicht zwangsläufig der Torhüter als letzter Mann agierenden vom Platz, sondern kann mit einer Verwarnung belegt werden. Das ist die richtige Marschroute, die der DFB vorgibt.
Dank Fingerspitzengefühl, etwas anderer Regelauslegung National (DFB) und International (UEFA), sind wir von den Schiedsrichter Entscheidungen in Südafrika enttäuscht. Natürlich ist dieses enttäusch vorsichtig formuliert, weil ich die Schuld nicht bei den Unparteiischen suchen werden. Wenn ich als Schiedsrichter weiterhin bei der FIFA “arbeiten möchte”, mache ich doch alles, um die Anweisungen zu befolgen oder fallt ihr eurem Arbeitgeber in den Rücken?
Man kann der FIFA vorwerfen, die erprobten Anpassungen der nationalen Verbände, des europäischen Verbandes UEFA nicht in die Regeln einzuführen. Ich persönlich halte nicht viel von Fingerspitzengefühl, das verfälscht zwangsläufig Spiele, auch wenn es hin und wieder in das eine oder andere Spiel passt. Mir sind einheitliche Entscheidung, weltweit, lieber als Fingerspitzengefühl. Das würde dann auch verhindern, dass Foulspiele gegenseitig verglichen werden, in der Welt von Web2.0, es würde viele Diskussionen verrecken lassen.
Ich bin also ein Freund von einheitlichen Regeln und ihrer strikten Einhaltung. Nicht die Regeln der FIFA, die teilweise zu kleinlich ausgefüllt sind. Würde wir irgendwann für jedes taktische Foulspiel gelb zeigen, werden Fußballspiele immer mit 2, 3, 4 Platzverweisen ausgetragen. Will ich auch nicht und daher muss sich in dieser Tage die FIFA selbst hinterfragen, ob sie das möchte. Die Schiedsrichter in Südafrika machen wenig anderes, als die Regeln zu befolgen.



