Die letzte Testwoche läuft und noch immer gibt es vorallem um das USF1 Team viel Trouble. Aber auch Campos und Stefan GP schreiben Schlagzeilen.
Bereits als die FIA die Nominierung der neuen Teams USF1, Campos und Virgin bekannt gab, gab es gleich den Aufschrei, dass das doch sowieso nichts wird mit 26 Autos in Bahrain. Einigen würde es reichen, wenn man bei 20 Autos im Feld bleibt bzw. diese eben in Bahrain auftauchen. Der Rückzug von Toyota und der “halbe Rückzug” von BMW sind da sowieso schlecht eingelaufen. Zum Glück fand man für Toyota mit Lotus gleich ein Ersatzteam. BMW fand keinen neuen Käufer sondern musste an Peter Sauber überschreiben. Die FIA hat die Auflage gestellt, das Sauber auch in 2010 mit “BMW” vor dem Namen fährt. Aber so richtig rosig sieht es bei Sauber nicht aus.
BMW Sauber F1 Team
Peter Sauber hat ein Auto zu den Testfahrten gebracht. Peter Sauber hat mit Ferrari einen Motorenpartner gefunden, der gut ist und das Team hat zwei Fahrer. Das war es dann aber auch schon. Sponsoren sind Mangelware und deshalb fährt man wohl in den Test “Vorstandszeiten”. Ich kenne die finanzielle Lage von Peter Sauber nicht, aber ich denke eine Saison ohne feinen Geldgeber wird schwer zu überstehen sein. Es wäre für das Schweizer Team wichtig, in Bahrain gut abzuschneiden. Aber erst da wird sich zeigen, ob Sauber schnell ist oder wirklich nur Vorstandszeiten in die Piste gehauen hat. Zumindest machen Kamui Kobayashi und Pedro de la Rosa einen wirklich guten Eindruck bei den Tests. Das sollte dem Team Mut geben.
Virgin Racing
Manor hat mit Virgin einen Geldgeber gefunden. Schön und gut, und doch hat Richard Branson bereits in der letzten Saison bei Brawn GP gesagt, er will ein Team das sich refinanziert. Ergo wird er nicht sonderlich viel Geld reinpumpen wollen. Von den ganz neuen Teams, Sauber zähle ich nicht als neu, ist Virgin immerhin eines von zwei Teams, dass einen Wagen hat und diesen bereits getestet hat. Der Wagen wurde komplett am Computer entwickelt und zeigte sich beim ersten Test als nicht sonderlich stabil. Da fiel mal sofort die Nase ab. Aber das hat man behoben bekommen und für ein neues Team ist Virgin recht weit. Anders als bei Brawn GP im vergangen Jahr, wird man bei Virgin wohl nicht um Siege, geschweige überhaupt um Zähler mitfahren können. Wichtig wird der Kampf um die “Krone der neuen Teams” sein. In wie weit Timo Glock und Lucas di Grassi die optimalen Fahrer für das Team sind, wird sich zeigen. Es gilt in erster Linie das Auto weiter zu entwickeln für das zweite Jahr.
Lotus Racing
Auch Lotus hat wie Virgin einen Wagen und testet. Mit Virgin und Lotus ist definitiv in Bahrain zu rechnen. Das ist positiv. Auch bei Lotus gilt in erster Linie nur der Kampf um die “Krone der neuen Teams” und natürlich die Weiterentwicklung des Autos. Jarno Trulli und Mike Gascoyne sind sich relativ einig. Man könnte den Wagen als eine Übergangslösung zwischen Jahr 1 und 2 sehen. Der Wagen steht, man wird damit vermutlich die Rennen bestreiten können. Jetzt zählt in erster Linie die Technik und die Weiterentwicklung der für 2010 konservativ gewählten Aerodynamik geht voll auf 2011 hinaus.
Virgin und Lotus haben wirklich ordentliche Zeiten in die Tests gebrettert für Neulinge. Beide sind im Kampf um das schönste Design auch auf einer Linie, den da können die “alten” Teams nur schwer mit halten. Das waren dann die” 2,5 neuen Teams”, mit denen in Bahrain zu rechnen ist. Kommen wir zu den Sorgenkindern.
Campos Meta 1
Ein Sorgenkind aus Spanien. Im Dezember gab es noch Gerüchte in den spanischen Medien, nach dem Adrian Campos in Spanien fündig geworden nach einem Geldgeber. War eine Ente. Jetzt hat man Colin Kolles, bekannt als Teamchef in der DTM sowie in Le Mans, als Teamchef geholt. Im Racingblog wird das ganze als der erste Schritt Richtung Volkswagen-Einstieg “gedeutet”. Kolles war zwar auch bei Force India Teamchef, ist aber mittlerweile gut mit Audi verdrahtet und Audi gehört ja zu VW.
Campos scheint jetzt zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. Fehlen noch die Chassis die bei Dallara schon so gut wie fertig sein dürften und der Motor. Sowohl Dallara und Cosworth haben auf ihr Geld gewartet und deshalb hängt Campos so weit hinter Lotus und Virgin. Sollte man beides rechtzeitig geregelt bekommen, könnte man definitiv in Bahrain starten. Mit Bruno Senna hat man schon länger einen Fahrer unter Vertrag. Ein zweiter Fahrer wird wohl “schnell” aufgetrieben sein, die Frage ist nur, Nachwuchs oder alter Haudegen?
Brisant bei dem ganzen ist noch, das Jose Ramon Carabante nun auch die Anteile von Adrian Campos gekauft hat. Zu dem köchelt nun das Gerücht, das Team könnte noch vor dem Rennen in Bahrain umbenannt werden. Traum aus für Campos.
US F1 Team
Die Amerikaner verbreiten die meisten Sorgen. Man hat eigentlich gar nichts. Dabei machte das US Team auf mich zu beginn einen guten Eindruck, weil man auch recht schnell mit Youtube einen Sponsor gefunden hat, der wohl nicht den kleinsten Geldbeutel hinter sich stehen hat. Youtube ist aber nun auch Geschichte bei US F1, den Chad Hurley hat sich aus dem Team zurück gezogen. Damit ist die gute Quelle weg. Desweiteren wird Jose Maria Lopez bei Campos als 2. Pilot ins Gespräch gebracht. Lopez sollte eigentlich fix angeheuert haben bei den Amerikanern und jetzt scheint er bei Campos sicher zu sein.
Aktuell scheint US F1 mit der FIA und vorallem Bernie Ecclestone über einen Notfallplan zu sprechen. Die Amerikaner möchten noch immer 3-4 Rennen, vermutlich 4, Aufschub bekommen und erst in Barcelona an den Start gehen. Die Europasaison beginnt erst in Barcelona und das wäre das 5. Rennen der Saison. Das wird von der FIA grundsätzlich erst mal abgelehnt.
Nun versucht Ecclestone das Team anders unter zubringen und gegen jede Überraschung nicht mit Stefan GP. Offenbar hat die FIA ein anderes Team noch in der Hinterhand, obwohl bei Stefan GP doch nach eigener Aussage alles so gut wie perfekt sein und man sogar nach Bahrain reisen will und das auch ohne garantierten Startplatz.
Stefan GP
Wo wir schon mal bei Stefan GP sind. Sie sind zwar kein offizielles Formel Eins Team 2010 aber sie machen, zumindest, Druck auf Campos und US F1. Doch wie viel steckt eigentlich hinter den Serben? Eigentlich sind sich alle einig, das hinter den Serben nicht viel steckt. Man hat sich zwar das Toyota F1 HQ unter den Nagel gerissen und hat damit auch die alten Chassis und die alten Motoren parat liegen, mit Fahrern hat sich Zoran Stefanovic offenbar auch unterhalten und dann kommt auch nicht mehr viel. Ein Team “Stefan US F1 GP” ist ungefähr so vorstellbar wie die Verschmelzung zwischen Ferrari und Mercedes. Sowohl im Racingblog (s. Link oben) als auch Joe Saward in seinem Blog stimmen da grundsätzlich über ein. Mehr als ein wenig warme Luft liegt aktuell nicht über Serbien.
Ich tippe auf 22 Autos in Bahrain. Campos wäre eine “Zugabe” und nicht mehr. Ob man die Schwierigkeiten mit den Zulieferern um Cosworth und Dallara noch Rechtzeitig hinbiegt ist eine Sache die definitiv noch zu regeln sein wird. Kolles gibt sich zwar durch aus optimistisch, aber was bleibt ihm auch übrig. Das Feld verkleinert sich zumindest nicht nach den Rückzügen von Toyota und BMW und der ewig lang heraus gezogenen Entscheidung von Renault. Hat auch was für sich.

