Wir schreiben den 5. Spieltag der UEFA Champions League und in der Gruppe E kam es zum Aufeinandertreffen von FC Nordsjaelland gegen Shakhtar Donetsk.

Eigentlich eine Partie, der man wenig abverlangen kann. Zumindest ging es mir so als neutraler Zuschauer. Doch in der 26. Spielminute wurde das Spiel auf einmal Mittelpunkt des Abends. Nach einem Schiedsrichterball spielte Shakhtars Willian den Spielball ganz fair zum Gegner zurück. Doch sein Mitspieler Luiz Adriano scherte sich nicht wirklich um Fair Play und lief dem Ball hinter her um ihn anschließend ins Tor zu schießen.

Was für eine Kuriose und absolut unfaire Szene. Während ein Teil der Spieler von Donetsk anschließend die Dänen durch laufen lassen wollte nach dem Anstoß, stifte Adriano seine Mitspieler, weshalb sie den nicht verteidigen. Und Taras Stepanenko hörte auf den Brasilianer und ging dazwischen.

Meine Güte. Da hilft ein Slogan wie „My Game is Fair Play“ dann auch nicht. Wenn ein Spieler auf diese Art und Weise auf Fair Play verzichtet, dann sind andere Mittel gefordert.

Doch wie will man das bitte bestrafen? Ich sehe nicht, was die UEFA machen kann oder könnte. Kann man einen Spieler nachträglich sperren? Wegen unsportlichen Verhaltens obwohl der Schiedsrichter Gautier die Szene ja bereits bewertet hat und nicht eingeschritten ist? Überhaupt. Was hätte Gautier machen können? Eigentlich auch nichts.

Trotzdem muss die UEFA irgendwie reagieren. Und Donetsk ist eigentlich auch gefordert. Als „The Other Chelsea“ wird Donetsk bereits tituliert. Jetzt ist man an einem Punkt angekommen, da ist nicht nur viel Geld vorhanden, sondern auch ganz viel Antipathie durch diese Szene von Luiz Adriano.

Ob da was kommt? Ich vermute nicht. Wie auch? In welche Gerichtsbarkeit soll hier etwas fallen? In keine. Würde ich sagen. Die Szene wurde bewertet. Einziges Mittel wäre Luiz Adriano zu rügen.

Dann warten wir mal ab und hoffen, dass Luiz Adriano sich ändern wird.

„Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, schallt es zu den DFB Pokal-Runden immer wieder durch die Landschaft. Die kleinen haben die Möglichkeit gegen die Großen anzutreten, diese sogar zu ärgern. Dem TSV Havelse ist dies in der 1. Runde gelungen. Der Regionalligist schlug den Bundesligist 1. FC Nürnberg.

Der kleine Stadtteil des Ortes Garbsen in der Region Hannover hat ca. 5.500 Einwohner, ein Stadion mit einer Kapazität von 3.500 Zuschauern. Alles in allem sehr beschaulich für eine zweite Runde im DFB Pokal. Doch der Verein musste für das Spiel gegen den VfL Bochum in der zweiten Runde einiges aufwenden. Die einfache Flutlichtanlage in Havelse reichte nicht aus, um die Partie ordnungsgemäß nach den Statuten des DFB auszuleuchten.

Mit viel Arbeit haben Verein und Stadt es aber hinbekommen, das Spiel im heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion abhalten zu dürfen. Die Lösung für das Lichtproblem waren mobile Flutlichtmasten. Darf man das noch Masten nennen? Genau genommen waren es 4 40-Tonner, die ums Stadion parkten und das Flutlicht über das Spielfeld brachten.

Das war schon ein kurisoser Anblick. Das mobile Flutlicht leuchtete bereits Kilometer weit entfernt einem entgegen. Der halbe Ort wurde Aufgrund der 40-Tonner abgeschottet, so das ich auf dem Weg zur Parkplatz suche bereits durch die Feldmark gondeln durfte. Ist halt kein Elitestadion mit angrenzendem Parkhaus und extra ausgebauter Infrastruktur.

Nach erfolgreicher Parkplatzsuche ging es dann ins Stadion. Dort erwartete mich gleich die nächste Kuriosität. Jeder kennt die üblichen Terminals, die beim Einlass die Karte scannen. In Havelse gab es sowas natürlich nicht. Also musste man Leute abstellen, die nicht das Ticket kontrolliert haben, sondern mit ihrem Smartphone via App den aufgedruckten Barcode einscannten und schauten, ob der Code gültig sei. Sehr goldig und vermutlich werde ich das nicht so oft miterleben.

Das ich dann nicht kontrolliert worden bin, sprich abgetastet, ist eine andere Geschichte. Vermutlich sehe ich eh zu harmlos aus. Ich stand auf der Gegengeraden, zusammen mit den „Hardcore“-Fans des TSV von 1912. Die Gegengerade wird einem, also zumindest geht es mir so, lange in Erinnerung bleiben. Blechwand und Blechdecke. Macht natürlich gut Krawall, wenn ein Dutzend Leute dort gegen boxt.

Zu Beginn des Spieles gefielen einem sogar die VfL Fans. Unter der Woche sind doch etliche mitgereist. Dazu Fahnen- und Schalchoreo. Das war hübsch, in anbetracht der aktuellen sportliche Lage der Bochumer. Leider konnten die Bochumer ihren anständigen Eindruck nicht aufrecht erhalten und so wurden bengalische Feuer gezündelt und auch auf den Platz geworfen. Vor allem nach dem 2-1 Führungstreffer der Bochumer unergründlich für mich, da vor deren Kurve sich die Reservisten des VfL aufwärmten. Ohne Rücksicht solch eine Fackel werfen, ist alles andere als schön.

Das Spiel selber war ansehnlich. Die Gastgeber das bessere Team und so entstand nie wirklich ein Eindruck von Regionalligist gegen Zweitligist. Einzig die Chancenauswertung würde diesen Unterschied signalisieren. Da war Bochum halt Profimäßig unterwegs.

Ein Sieg der Havelser wäre nicht unverdient gewesen. Aber nun gut. Viele hielten die zweite Runde schon für einen Pokalsieg und das hat man dem Team angemerkt. Sie haben aufopferungsvoll und mit viel kampfeswille agiert. Schade, aber spaßig war es und irgendwie wünsche ich mir für kommende Saison wieder einen Auftritt von Havelse im Pokal.

Die Transferperiode Sommer 2012 ist vorbei. Der Hamburger Sportverein hat den letzten großen Deal der Bundesliga getätigt. Mit der Rückkehr des “Messias”. Rafael van der Vaart ist wieder beim HSV gelandet.

Dabei ist es gar nicht so lange her, da kam Herr van der Vaart mit folgender Aussage in die Medien:

“Wenn ich in Hamburg bleiben müsste, dann hätte ich Schmerzen.”

Damals, Anfang der Saison 2007/08, wollte sich van der Vaart einen Wechsel nach Valencia fokusieren. Neben bei ließ sich der Niederländer noch mit einem Trikot des spanischen Vereines ablichten und lies dieses ebenfalls auch veröffentlichen.

Eine Saison zuvor hat sich van der Vaarts niederländischer Landsmann Khalid Boulahrouz erfolgreich aus dem Vertrag “geschummelt”. Beim Spiel gegen den C.A. Osasuna in der Qualifikation zur Champions League “verletzte” sich Boulahrouz. Wenige später Tage unterzeichnete der wechselwillige Niederländer beim Chelsea FC und war, weil er in der Qualifikation beim HSV “verletzt” war, für die Engländer in der Königsklasse einsetzbar.

In erster Linie ziehe ich meinen Hut vor dem Hamburger SV. van der Vaart trotz der Vorgeschichte zurück holen, ist mutig. Ich persönlich wüsste nicht, wie ich mit einem Rückkehrer umgehen würde, der mit dieser Vorgeschichte des Rafael van der Vaart aufwarten würde. Offenbar bin ich aber auch aus einem anderen Holz, wenn ich mir die Hamburger Fans anschaue. Nur die wenigsten sind mir bis hier hin unter die Nase gekommen, die mit der Rückkehr des Niederländers nichts anfangen können. Wegen der Vorgeschichte, wohlgemerkt.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass in dem Millionengeschäft “Fußball” nicht alles mit Liebe und Harmonie von statten geht. Dennoch halte ich Loyalität in diesem Geschäft nach wie vor für ein Muss für jeden Profi und Verantwortlichen. Ist das etwa im Jahre 2012 zuviel Fußballromantik?