16. Januar 2011, 02:18 | Kategorien: Motorsport, Rallye

Die Rallye Dakar 2011 ist abgeschlossen. Die Rallye-Raid fand am Sonntag ihre Siege in den jeweiligen Kategorien. Volkswagen triumphiert erneut bei den Autos, dieses mal durfte Nasser Al-Attiyah, bei den Motorrädern gewinnt Marc Coma.

Die diesjährige Dakar umfasste rund 9.500 Kilometer, von denen anfangs über 5.000 Kilometer als Wertungsprüfung durchgewunken wurde. Die Wertungskilometer verkürzten sich aber immer wieder auf den einzelnen Etappen und das schon seit man in Südamerika ist. Dazu aber später mehr.

Cars: Al-Attiyah siegt

Nach den Siegen 2009 und 2010 konnte Volkswagen auch 2011 den Titel verteidigen. Das interessante an diesen 3 Siegen ist, dass es jährlich einen neuen Piloten trifft. Waren es 2009 noch Giniel de Villiers mit Dirk von Zitzewitz und 2010 Carlos Sainz mit Lucas Cruz wurde es in diesem Jahr Nasser Al-Attiyah mit Timo Gottschalk. Das ist schon eine verrückte Geschichte und beinahe unglaublich. 3 Siege in Folge von Volkswagen und nie konnte einer der Vorjahressieger seinen Triumph wiederholen.

Al-Attiyah war in diesem Jahr der konstanteste Fahrer. Er lieferte sich keine Probleme, hatte mit Timo Gottschalk einen ausgesprochen guten Navigator und so fährt man halt allen davon. Ob Al-Attiyah an Sainz vorbei gekommen wäre, wenn dieser sich samt Beifahrer nicht mal vernavigiert hätte, ist ein offenes Rätsel. Sainz schrieb sage und schreibe 7, in Worte sieben, Etappensiege. Das ist bei 13 Wertungsetappen mehr als die Hälfte und ist ein neuer, alleiniger Rekord von Carlos Sainz in den Dakar-Büchern. Aber auch Al-Attiyah schrub sich in die Dakar-Bücher ein. Nicht nur durch seinen Gesamtsieg, sondern auch als 1. Araber der die Dakar gewinnen konnte!

Das bei BMW vieles falsch lief, das sagte ich bereits zur Halbzeit, aber auch schon vor der Dakar sprach ich dem Pilotenfeld von BMW viel ab. Ich sollte recht behalten und Stephane Peterhansel verschaffte sich einen neuen Nickname. “Mr. Puncture” wird der Franzose nur noch genannt. Die Abstimmung am X3 CC stimmte vorne und hinten nicht und brach bei Peter viele Reifenschäden. Der reine Speed war in Ordnung und damit hätte man vielleicht die Volkswagen abhalten können vom erneuten 3-fach Triumph. Bei BMW musste man aber feststellen, dass eine Dakar eben durch Zuverlässigkeit gewonnen wird und nicht nur durch Speed.

Al-Attiyah gewinnt die Dakar 2011 mit fast 50 Minuten Vorsprung vor Villiers und mit satten 1 Stunde und 20 Minuten vor Sainz. Bester nicht VW mit “Mr. Puncture” im BMW ist auf #4 eingekommen mit 103 Minuten Rückstand. Die Buggywertung ging übrigens nach Deutschland. Matthias Kahle und Thomas Schünemann gewannen in ihrem SMG-Buggy und liegen Overall bei den Autos auf #10. Ein tolles Ergebnis für die beiden.

Bikes: Coma gewinnt – Despres mit Ausreden?

Marc Coma heißt der Champion auf 2-Rädern. Nach 2006 und 2009 ist es der 3. Sieg für den Spanier. Sein Gegner hieß über die Dakar hinweg, selbstverständlich, Cyril Despres. Coma und Despres fuhren relativ entspannt vorne weg. Es wurde früh klar, welche beiden bei der Dakar die Nase vorn haben werden.

Despres hat mir heute Abend im Biwak bei den Abschluss-Interviews überhaupt nicht gefallen. Immer und immer wieder nahm er seine 10 Minuten Penalty in den Mund. Eine 10 Minuten Penalty erklären aber noch lange nicht, weitere 5 Minuten Rückstand. Gesamt hatte Despres 15 Minuten Rückstand in der Schlusswertung auf Coma. Das kann der Franzose nicht so einfach mit seiner Penalty abstempeln, zumal er daran selbst Schuld ist. Immerhin hat er das ja, zwischen den Zeilen, zugestanden. Despres gestand ein, dass Coma einfach die bessere Navigation hatte und er eben nicht.

Die letzte Etappe hat sogar noch einen Unglücksraben mit sich gebracht. Francisco “Chaleco” Lopez Contardo heißt der gute Mann. Knapp 80 Kilometer vor dem Ziel gabs einen Ermüdungsbruch der Stoßdämpfer an seinem Motorrad. Eine weiterfahrt blieb ihm verwehrt und selbst seine Wasserträger brachten ihm nicht viel Hilfe. Sowas kann man halt nicht wirklich reparieren. Am Ende zog ihn ein Quadfahrer die letzten Kilometer und der Profiteur von diesem Pech von Chaleco Lopez war Helder Rodrigues. Der Portugiese schob sich auf der letzten Etappe noch an Chaleco vorbei. Traurig für den Chilenen – natürlich.

Overall gewinnt also Coma mit 15 Minuten Vorsprung auf seinen ärgsten Konkurrent Despres. Dahinter kam Rodrigues mit 100 Minuten Rückstand ins Ziel. Chaleco “rettete” sich noch auf #4 mit 129 Minuten Rückstand.

Trucks & Quad: Chagin & Alejandro Patronelli

Gewohntes Bild gab es auch in diesem Jahr bei den Trucks. Die Kamaz-Ungeheuer dominierten auch in diesem Jahr wieder die Truckwertung. Vladimir Chagin, der fast Seriensieger, gewann auch in diesem Jahr wieder vor Fladimir Kabirov. Was für ungeheuer die Kamaz-Trucks sind, zeigt sich in der Gesamtzeit. Al-Attiyah brauchte im Race Touareg 3 satte 45 Stunden, 16 Minuten und 16 Sekunden. Chagin benötigte 48 Stunden, 28 Minuten und 54 Sekunden. Kabirov kam 30 Minuten und 4 Sekunden später an. Der Zeitverlust auf Al-Attiyah klingt viel, aber mit diesen Zeiten wären sowohl Chagin als auch Kabirov auf dem #5 und #6 in der Autowertung gewesen! Der #5 der Autos, Holowczyc, brauchte nämlich 49 Stunden, 27 Minuten und einige Sekunden. Wahnsinnige Leistung in diesen Gefährten.

Bei den Quads löste Alejandro Patronelli mit dem Gesamtsieg seinen Bruder Marco ab, der im Vorjah gewinnen konnte. Patronelli gewann aber auch deutlich die Quad-Wertung. 60 Minuten minus 7 Sekunden Vorsprung hatte Patronelli am Ende auf Sebastian Halpern Vorsprung.

Streckenprobleme in Südamerika?

Schon seit dem Auswandern aus Südafrika hört man immer wieder das gleiche. Die Etappen in Südamerika wären einfach zu WRC-lastig. Übersetzt heißt das in etwa, zu kurz und vor allem, zu kurvig. Leider muss auch ich den Kritikern recht geben.

Es liegt aber auch ein nicht unwichtiges Problem zur Grunde, das immer wieder für die Verkürzung von langen Etappen aufkommt. Jahr für Jahr werden durch Regen die Etappen in Südamerika problematisch und dadurch teilweise sogar erheblich gekürzt. Das passiert immer wieder und die Teilnehmer müssen regelmäßig kurzfristig neue Routen hinnehmen. Zudem werden die Etappen auch gekürzt, weil am Ruhetag viele Fahrer immer und immer wieder noch auf der Strecke sind, statt im Biwak. Schuld daran sind dann natürlich auch die längeren, Rallye Raid-artigen Etappen. Die Verantwortlichen von der ASO wollen natürlich möglichst viele Teilnehmer in Buenos Aires ankommen sehen und passen es auch deshalb an.

Nüchtern betrachtet muss man die Verantwortlichen aber fragen, was sie wollen. Eine Rallye-Raid oder eine mehrtätige WRC-artige Veranstaltung? Die Dakar lebt durch ihren Ruf, ihre Einzigartigkeit. Das sollte man nicht einfach vergessen, sondern beachten. Vielleicht muss man die Routen auch einfach nur mal besser planen, damit diese Schwulitäten in Sachen leeres Biwak am Ruhetag nicht mehr so vorkommen, wie vor allem in diesem und im letzten Jahr.

Ausblick

Ich wage es nicht, in die Zukunft zublicken. BMW hat mit dem Mini ja bereits ein Auto auf 2012-Reglement. Bei Volkswagen wartet man wie immer und sonst hört man von Volvo einen möglichen Werkseinstieg. Was daraus kommt, wird man sehen. Vieles wird sicherlich noch am Reglement verschärft oder gelockert werden. Ich bin also in diesem Fall gern vorsichtig. Was sicher ist, man wird auch 2012 in Südamerika fahren.

Post to Twitter

Kommentare deaktiviert
8. Januar 2011, 17:48 | Kategorien: Motorsport, Rallye

Die Rallye Dakar hat 6 von 13 Spezialwertungen beendet und legt heute den ersten und letzten Ruhetag ein. Der Tross steht derzeit in Arica und einiges ist bis dato schon deutlich geworden.

Bei der diesjährigen Dakar ist bisher noch alles gut abgelaufen. Kein schwerer Unfall, keine schwerverletzten. Blessuren und Knochenbrüchen passieren halt auf einer Rallye-Raid mal schnell, aber das was bisher passierte, ist noch harmlos. Darüber sollte man froh sein, wenn man nur an das letzte Jahr an die 1. Etappe denkt. Das geht hoffentlich so harmlos weiter.

Cars: VW überzeugt durch Konstanz und Schnelligkeit

Carlos Sainz und Nasser Al-Attiyah machen sich immer mehr zu den Favoriten auf den Gesamtsieg. Die beiden VW-Werkspiloten haben auf der schweren Etappe am gestrigen Freitag beinahe die selbe Zeit benötigt. Die beiden konnten durch diesen Ritt den Vorsprung auf BMW-Pilot Stephane Peterhansel um 12 Minuten ausbauen. Peterhansel mag am gestrigen Freitag, vom Speed, schneller gewesen sein, doch das hat ihm nichts genutzt. Der Franzose im X-Raid-Team von Stefan Quandt zog sich 4, in Worten vier, Reifenschäden zu. Eine Dakar entscheidet sich eben nicht durch den reinen Speed durch die Wüste, sondern auch durch die Zuverlässigkeit und Konstanz des eigenen Fahrzeugs. Die Reifenschäden sind sicherlich unglücklich, sprechen aber auch für eine erste harte Aufholjagd durch “Peter”.

Schaut man sich das Etappenresultat von gestern an, sieht man eines ganz deutlich. Peterhansel ist und bleibt der einzige BMW-Pilot der die Volkswagen aufmischen könnte. Sainz gewann mit 9 Sekunden vor Al-Attiyah und danach kamen die weiteren VW Piloten Giniel de Villiers und Mark Miller mit 9:49 Minuten und 9:50 Minuten Rückstand. Durch die Reifenschäden wurde Peterhansel nur 5. mit 12:25 Minuten Rückstand. Die weiteren BMW Piloten waren bislang auf keiner Etappe in Schlagweite zum VW tross und selbst das mobile Ersatzteillager Miller von Volkswagen kommt schneller durch die Wüste.

Mobiles Ersatzteillager Miller? Mark Miller ist der Pechvogel bei VW. Verlor durch einen Unfall früh viel Zeit und so hat man natürlich auch frühzeitig aus Miller ein Ersatzteillager gemacht. Sowas hätte Peterhansel gestern vielleicht in der Nähe gebraucht von BMW. Peterhansel verlor nämlich noch mal Zeit, weil er nur 3 Ersatzreifen hatte. Bei 4 Reifenschäden ist das natürlich unpraktisch. Offen gesagt, hätte Peterhansel das aber auch nicht viel gebracht, da er immer noch der schnellste BMW am Tage war.

Es kommt, wie es kommen musste. BMW scheitert an sich selbst. Man setzt 6 Autos vom X-Raid Team ein und was kommt am Ende raus? Vermutlich kein Dakar-Sieg. Ein Etappensieg gab es bereits, aber man wollte Volkswagen vom Thron stroßen und das scheint nicht zuklappen. VW hat vorne mit Sainz und Al-Attiyah zwei Piloten, die eigentlich nur durch Probleme zurückfallen dürften. Beide fahren einfach zu gut und zu konstant in diesem und auch bereits im letzten Jahr. Mit 31 Minuten Rückstand ist der Sieger von 2008, Giniel de Villiers, auf dem 4. Platz. Vor ihm liegt Stephane Peterhansel der auf Sainz 15 Minuten Rückstand hat. Der 2. BMW Pilot mit Krystof Holowczyc hat 73 Minuten Rückstand, Pechvogel Miller 95 Minuten und der nächste BMW mit Orlando Terranova 97 Minuten. Alles was bis dato unter 2 Stunden ist, sollte man nicht unbedingt abschreiben. Doch Sainz und Al-Attiyah müssen, wie erwähnt, mächtig Trouble haben.

Bikes: Coma führt vor Despres

Bei den Motorrädern ist es mal wieder das Duell der beiden Stars. Marc Coma gegen Cyril Despres, die wie ich üblich beide auf KTM fahren. Derzeit führt der Spanier Coma, profitierte dabei auch durch eine 10 Minuten Penalty gegen Despres. Despres verstoß lt. ASO gegen irgendwelche Startbestimmung.

Coma hat gezeigt, dass er auch menschlich ein guter ist. Als Oliver Pain am Donnerstag stürzte und Coma der erste Pilot war, der an der Unfallstelle vorbei kam, hielt er auch prompt an und half Pain. Pain war bewusstlos nach seinem Sturz. Die ASO freut sich über solche Kameradschaften auf einer Rallye-Raid und hat verständlicherweise Marc Coma die Zeit wieder gutgeschrieben, die er bei Pain verlor. Pain geht es aber wieder gut.

Die Gesamtwertung ist ganz interessant. Coma führt zwar mit fast 9 Minuten vor Despres, aber das ist nun nicht soviel. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Despres mit einer 10 Minuten Penalty “soweit” zurück ist. Dahinter folgt Chaleco Lopez mit 22 Minuten Rückstand. Generell sind die Top10 in knapp 70 Minuten noch relativ eng zusammen.

Post to Twitter

Kommentare deaktiviert
4. Januar 2011, 22:45 | Kategorien: Darts, Mehr Sport

Adrian Lewis hat gegen Gary Anderson die PDC World Darts Championship 2011 gewonnen. Lewis warf dabei sogar bereits im 3. Leg der Partie ein 9-Dart-Finish!

Das Finale hatte schon merkwürdige Vorraussetzungen. Phil “The Power” Taylor schaffte es nämlich nicht, seinen Titel verteidigen zu dürfen. Taylor schied bereits im Viertelfinale aus, obwohl er im Endeffekt gegen Mark Webster die bessere 3-Dart-Average aufwies. Doch Taylor traf die Double einfach nicht gut genug. In einem weiteren Viertelfinale musste sich auch Raymond van Barneveld geschlagen geben. Barney schied gegen den späteren Finalist Anderson aus.

Durch das ausscheiden beider, eigentlichen, Titelfavoriten wurde schon zum Halbfinale klar, dass es einen neuen Weltmeister geben wird. Zudem ist es seit Gründung der PDC und dessen Weltmeisterschaft im Jahre 1994 erst das 2. Finale, welches ohne Phil Taylor stattfinden würde. Adrian Lewis und Gary Anderson wusste im Finale aber schon mit einigen Highlight zu überzeugen und versuchten dadurch The Power vergessen zulassen.

Beide begannen das Finale gut, doch Lewis zeigte im 3. Leg des Spieles einen absoluten genialen 9-Darter. Lewis checkte mit dem “herkömmlichen” T20, T19 und D12 aus. Herkömmlich, weil es vermutlich der am meisten versuchteste Checkout ist, wen jemand vor einem 9-Darter steht.

Das Lewis gegen Anderson 7:5 endete, muss man aber etwas Lewis vorhalten. Der spätere Champ begann auf exzellentem Niveau, hat dann zwischenzeitlich nachgelassen um sich dann wieder zufangen. Kurz vor Ende zitterte Lewis dann noch einmal, konnte sich aber fangen und holte sich verdient den Sieg über Anderson und damit den Weltmeistertitel. Wie gut das Finale aber am Ende von den Scores her war, zeigt ein kleiner Blick auf die 3-Dart-Averages, bei denen sich 99,80 für Lewis und 99,41 für Anderson zeigen. Die Averages knacken aber nicht die aus den letzten Jahren, die ich mir jetzt mal schnell angeschaut habe.

Lanzenbruch für Sport1

Ich bin niemand, der einen Sender in der heutigen Zeit schnell lobt. Vor allem nicht wenn er Sport1 heißt und mich selten mit guten Sportübertragungen flasht. Aber dieses mal muss man dem Sender mal ein Lob ausstellen. Die Idee, Roland Scholten nach seinem ausscheiden als Experten ranzuholen, war exzellent.

Scholten hat nicht immer nur Fans gefunden während er neben Elmar Paulke seine Statement abgab. Der Holländer mag ziemlich einzigartig daher kommen, denn er hat die im Ally Pally angestimmten Lieder mit gesungen. “Singing in a Taylor Wonderland” kam dann auf einmal mit durchs Mikrofon. Scholten kam so rüber, wie ich ihn einschätzen würde. Lässig, cool und mit Spaß bei der Sache.

Über Elmar Paulke brauchen wir sowieso nicht reden. Der macht einen guten Job. Vermutlich würde nur Rolf Kalb, kommentiert bei Eurosport dieser Tage die BDO-WM, ihn Toppen. Ok, das ist fies. Kalb ist durch seine Snooker-Kommentierungen sowieso im Plus.

Da wäre aber noch eine Sache, die ich mal so in den Raum werfe. Warum schafft es eigentlich bis auf Eurosport niemand, regelmäßig mit zwei Leuten Sportevents zu kommentieren in Deutschland? Ist doch in Amerika und England auch eher Tagesordnung, dass dort 2 Leute sitzen.

Post to Twitter

Kommentare deaktiviert
2. Januar 2011, 12:38 | Kategorien: 1. Bundesliga, Fußball

Dietmar Hopp hat mit dem Luiz Gustavo-Transfer öffentlich in die operativen Geschicke eingriffen und Ralf Rangnick zieht seine Konsequenz daraus.

Ein Duell zwischen Dietmar Hopp und Ralf Rangnick hat sich im Dezember mit den Aussagen zu Luiz Gustavo und einem, damals noch, möglichen Wechsel zum FC Bayern abgezeichnet. Rangnick sagte den Medien, ein Transfer von Gustavo vor dem Sommer sei ausgeschlossen. Quasi einen Tag später sagte Hopp allerdings den Medien, Gustavo würde zum FCB wechseln. Nach diesen Aussagen vom Trainer und Präsident von 1899 Hoffenheim wurde eigentlich klar, dass sich dort keine Freundschaft entwickelt hat.

Die Offensive von Hopp wunderte schon, weil er eigentlich sich nie ins operative Geschäft einmischen wollte. Der Mäzen wollte mehr ein stiller Beobachter sein und bleiben, statt den eigentlichen Fußballexperten rein zufunken. So einfach kann man aber getäuscht werden. Hopp griff mit dem Transfer deutlich ein, was sich vor allem darin zeigt, dass die Bild-Zeitung Neujahr um 19:22 [Die News von 19:22 Uhr ist von Bild.de bereits verschwunden...] den Rücktritt von Ralf Rangnick als Trainer von 1899 “bekannt gab”.

Ralf Rangnick mag konsequent gehandelt haben, doch hat es bei Rangnick einen faden Beigeschmack. Der Abgang beim FC Schalke 04 war damals schon nicht astrein und auch beim VfB Stuttgart ist Rangnick wohl nicht wegen der sportlichen Ergebnisse damals gegangen worden. Als Trainer mag Rangnick ein guter sein, zwischen ihm und dem Vorstand bzw. dem Präsident (oder auch Mäzen) scheint es des öfteren Probleme zugeben. Rangnick scheint ein Trainer zu sein, der ein Umfeld braucht, das ihm nicht in die quere kommt.

Ich bin nicht die Person, die sich um Hoffenheim gut auskennt. Aber Jan Schindelmeiser ist im letzten Mai auch ziemlich merkwürdig und vor allem plötzlich bei der TSG abgedampft. Ich kann nur vermuten, aber mag das auch an einer zu starken Person Dietmar Hopp gelegen haben? Reine Spekulation, aber so im nach hinein wirkt auch dessen Abgang nicht mehr so fein.

Für mich stellen sich zwei Probleme auf. Einmal ist die Frage, in wie weit Dietmar Hopp doch mehr zusagen hat, als er eigentlich sollte. Er bestitz zwar weit über 50% Anteile am Verein, hat sich aber durch die Vereinssatzung nur 49% Stimmrecht gegeben. Transfer können eigentlich nicht von einer Person gestemmt werden, die sich nicht ins operative Geschäft einmischen wollte und nicht die Mehrheit im Stimmrecht hat. Damit zeigt sich letztendlich doch, wie ad adsurdum durch Hoffenheim und Hopp die 50+1 Regel ist. Das zweite ist die Personalie Rangnick. Welcher Verein will in naher Zukunft überhaupt mit Rangnick arbeiten? Die Abgänge wirken, wie erwähnt, unschön und mit einem Beigeschmack, den man eigentlich nicht haben möchte.

Was geschieht also in naher Zukunft mit Rangnick? Ich befürchte fast, er muss sich, wenn überhaupt, wieder eine Station Richtung 2. Bundesliga oder 3. Liga suchen oder ins Ausland geben. Einen Trainerposten bei einem Verein aus der 1. Bundesliga würde ich derzeit nicht vermuten. Dafür ist Rangnick einfach zu verbrannt durch seine Abgänge.

Post to Twitter

Kommentare deaktiviert
TOP