Das zweite Saisonrennen der Saison 2013 ist vorbei und in den Teams Red Bull und Mercedes brodelt es. Vor allem bei Red Bull eröffnet ausgerechnet ein Fahrer die Baustelle, die er nicht benötigen würde.
Sebastian Vettel hat sich den Sieg beim Großen Preis von Malaysia heute auf Kosten einer „guten“ Kooperation mit seinem Teamkollegen Mark Webber erfahren. Der Australier war nach dem Rennen sichtlich „not amused“ über das Überholmanöver von seinem Teamkollegen. Im Vorraum zur Siegerehrung benötigte es einige Momente, ehe Webber seinem Teamkollegen Vettel anschauen mochte. Bei den anschließenden Interviews auf dem Podium machte Webber klar, was er von dem Move hielt. Gar nichts. Nach den letzten Boxenstopps kam die Ansage, dass man die Plätze 1 und 2 halten soll. Zu diesem Zeitpunkt lag der Australier vor dem Deutschen.
Im Rennen hat sich Vettel bereits im Teamradio mit den Worten „Mark is too slow, get him out oft the way“. Man sagte Webber daraufhin wohl, dass er doch etwas schneller fahren sollte. Das war aber noch vor der letzten Serie an Stopps. Vettel kam nicht dazu, Webber aus eigener Kraft zu überholen.
Es ist einerseits ein schönes Zeichen, dass Vettel sich nicht immer durch die Box lenken lässt. Doch ob ihm das innerhalb des Teams etwas gebracht hat? Die Blicke von Christian Horner als Webber interviewt wurde auf dem Podium sagten vieles aus. In den nächsten Wochen heißt es Krisenmanagement bei Red Bull Racing.
Wer mit einem Nachspiel für Vettel innerhalb des Teams rechnet, wird vermutlich hart enttäuscht. Die Teamrollen sind seit Jahren vergeben. Gewisse Personen möchte Vettel an der Spitze sehen und daher wird es öffentlich einige „harte“ Worte geben, die hinter den Kulissen aber wenig bis null Stellenwert haben werden. Der Australier wird sich damit abfinden müssen.
Aber nicht nur Vettel und Red Bull sorgten für Unstimmigkeiten. Ross Brawn gab ebenfalls Teamorder Anweisungen in Richtung Nico Rosberg. Rosberg war im letzten Stint deutlich schneller als Lewis Hamilton, der von der Box gesagt bekam, er müsse Sprit sparen. Das ist natürlich für Hamilton unglücklich, wenn der Sprit zu knapp kalkuliert wurde.
Rosberg brauchte nichts zu sparen und konnte natürlich eine etwas andere Pace gehen als der Engländer. Einerseits ist es schlecht, Hamilton wegen einer falschen Teamentscheidung bluten zu lassen. Selbstredend ist es auch Rosberg unfair gegenüber, ihn wegen der Spritproblematik bei seinem Teamkollegen zurück zuhalten.
Natürlich will das Team die Punkte retten und wenn beide sich bei einem eventuellem Überholversuch raustorpedieren ist niemandem geholfen. Im Vergleich zu Vettel agierte Rosberg aber Teamfunktional und nahm die Position hinter Hamilton treu ein. Der Teamchef Ross Brawn hatte das Zepter in der Hand und dagegen wollte Rosberg nicht angehen. Man darf gespannt sein, ob das bereits der Ruf zur Nummer 2 teamintern war oder ob Rosberg und Hamilton irgendwann ein ähnliche Situation in umgedrehter Reihenfolge erhalten.
Das bereits nach dem 2. Rennen so viel Wirbel um getroffene Teamentscheidungen entstehen, kann vor allem für die betreffenden Teams. Immerhin hat bei Red Bull Christian Horner bestätigt, dass die Ansage an beide Fahrer ging und bei Mercedes hat Niki Lauda die Entscheidung kritisiert.
